1.

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Philipp von Zesen: 1. (1641)

1
Der abend bricht herrein/ die kühle nacht entspringet/
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da man der Liebe lied mit vollen freüden singet/
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die Kinder kühler lufft seyn auch in stoltzer ruh/
4
nur Echo wachet noch und rufft mir jmmerzu
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die letzten sylben nach: Ich sehe wie den sternen
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der fast erblasste mond zu wincken kann von fernen;
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Nur ich bin ohne trost und wache gantz allein/
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und seuftze fort für fort/ wenn andre schlaffen ein.

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Du ruheft/ Hedewig/ und liegst in stoltzem frieden/
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in deinem federzelt/ ich muß mich noch ermüden
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und schlaffloß bringen zu die gantze liebe nacht/
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da ich allein auff dich
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Des hertzens vorhoff ligt dein rosen-Mund gestillet/
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dein edles Heupt ist auch in küssen eingehüllet;
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Nur ich bin ohne Trost und wache gantz allein/
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und seuftze fort für fort/ wenn andre schlaffen ein.

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Es kann ein Wandersmann mit lust zu bette gehen/
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wenn auff der himmelsburg die güldnen sterne stehen/
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wenn er den müden tag mit reisen durch gebracht/
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so ruht er sorgen-frey und schläfft die gantze nacht/
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und wann der frühe tag die Sonne wiederbringet/
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so steht er freudig auff und seinen Gott ansinget/
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nur ich bin ohne trost und wache gantz allein/
24
und seuftze fort für fort/ wenn andre schlaffen ein.

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Ich bin in angst uñ furcht/ die Eul erbärmlich schreyet/
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Ich höre/ wie sie mier den bittern todt schon dreuet.
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Ach schmertz ach weh ach leid! ich ächtze durch die nacht
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und liege schlaffloß da/ biß Cynthius erwacht/
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es schläfft der Arbeitsmann/ der Drescherruhet süße/
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das stoltze pferd ruht aus/ fühlt nicht die müden füße/
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nur ich bin ohne trost und wacht gantz allein/
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und seuftze fort für fort/ wenn andre schlaffen ein.

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Ey nun gehab dich wohl/ Ade du stoltze Dirne/
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Ich ruffe noch dazu zu zengen das gestirne/
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Euch ruff ich zeugen an/ Jhr thäler meine zier/
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jhr wiesen/ berg’/ und büsch’ und das auch wohnet hier/
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das Lust-kind ruff ich an und kan es nicht mehr zeugen/
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so wird es dennoch nicht mein letztes wort verschweigen;
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Daß ich war ohne trost und wachte gantz allein/
40
und seuftzte fort für fort/ wenn andre schlieffen ein.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Philipp von Zesen
(16191689)

* 08.10.1619 in Priorau, † 13.11.1689 in Hamburg

männlich, geb. von Zesen

deutscher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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