V. Sechstinne. Von männlichen vnd weiblichen Alexan- drinischen Versen

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Philipp von Zesen: V. Sechstinne. Von männlichen vnd weiblichen Alexan- drinischen Versen (1641)

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Wenn wird mich sterblichen aufnehmen doch der
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Himmel?
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Wenn werd ich doch einmahl anschauen meinen Gott?
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Wenn werd ich hören wohl die Engelischen Lieder?
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Ich irre traurens-voll in dieser schwartzen Nacht.
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Wenn kom̃ich doch einmahl zur himmelischen freude?
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Die Erd ist mier zu klein/ zu klein ist mier die Welt.
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Mein Gott ich halte dich viel höher als die Welt/
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mein Gott ich halte dich viel höher als den Himmel/
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drümb hab ich große lust bey dier zu seyn mein Gott;
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Mein Gott/ ich höre dich vor seitenspiel und lieder/
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Mein Gott/ ich liebe dich und hoffe tag und nacht
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mein Gott/ bey dier zu seyn/ zu schauen dich mit frenden.
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Es suchet seine Braut der Breutigam mit freuden/
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es liebet geld und gold die arme schwache Welt/
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die Erde liebet auch und wieder Sie der Himmel/
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vor liebe gegen uns gab selbst vor uns sich Gott/
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und Du/
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uñ nim̃st mich nicht zu dier aus dieser schwartzen nacht.
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Wo du nicht bist/ mein Gott/ da ist es lauter nacht/
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wo du nicht bist/ mein Gott/ da seyn wir ohne freuden/
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wo du nicht bist mein Gott/ ver geh ich in der Welt/
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wo du nicht bist mein Gott/ was hilffet mir der Himmel!
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Es ist ümb mich geschehn/ wo du nicht bist mein Gott/
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mein bethen wer ümbsonst/ ümbsonst die steren Lieder.
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Doch fahr ich immer fort zu singen meine Lieder/
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und gleube festiglich/ daß ich nach dieser nacht/
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o großer Gott/ dein Licht soll schauen an mit freuden/
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Ich hoffe festiglich zu segnen bald die Welt/
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Ich hoffe festiglich zu nehmen ein den Himmel
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und traue festiglich zu schauen meinen Gott.
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Da lob und lieb ich dich von hertzen/ höchster Gott/
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da sollen erst angehn die rechten freuden-Lieder/
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weil uns kein ungethümb kein schrecken/ keine Nacht/
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kein Krieg abhalten wird allda von solchen freuden/
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die Gott uns hat hereit: Ey nun du schnöde Welt/
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Ich laße deine Lust und suche lust in Himmel!
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Erhöre liebster Gott/ mein bethen/ meine Lieder/
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und zeüch mich aus der Welt dir nach hinnauf gen
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Himmel/
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weil hier nur lauter nacht dort aber licht der freuden!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Philipp von Zesen
(16191689)

* 08.10.1619 in Priorau, † 13.11.1689 in Hamburg

männlich, geb. von Zesen

deutscher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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