Von der Ewigkeit

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Philipp von Zesen: Von der Ewigkeit (1641)

1
Was ist dis für ein schweres wort/ das marck ein bein ver-
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zehret?
3
Das selbsten der Bered samkeit das sprechen bem̃t und wehret?
4
Vor dem die welt erzittern muß/ vor dem ich tag und nacht/
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Wenn gleich kein einig stern noch licht am hohen Himmel
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wacht/
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Gantz schlaffleß und voll schrecken bin? das mier erregt viel
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schmertzen/
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Das durch sein langes ewig-seyn ein pfeil in meinem hertzen/
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Das ich durch diesen Reim und Vers/ wie lang er auch mag
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seyn/
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Mitt nichten doch aussprechen kann/
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Ein wort von staal und Deamant/ so Ewigkeit genennet
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Für dem der Him̃el selbsten sich noch viel zuschwach erkennet/
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Ein wort so hertz und sinn erregt nach unvergängligkeit
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Mit feuriger begier zustehn; ein End unendlich weit.
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Es wird der Hellen schwartzer schwall je mehr und mehr ent-
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zündet/
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Das Feuer brennt und wird doch nicht die Endschafft ausge-
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gründet/
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Es schmeckt nach lauter Ewigkeit so nimmermehr zerrinnt/
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Das dreygeschnautzte Hellenthier kein ende ja gewinnt.
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Hingegen aber bleibet auch unendlich solche wonne/
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Die allen Frommen hatt bereit die Secl- und Lebens-Sonne;
25
Drümd laß mich ja nur büßen hier laß leiden angst vñ spott/
26
Daß ich in freuden ewig sey hernach dey dier/

(Haider, Thomas: Deutsches Lyrik Korpus (DLK) v5.0, 2022. Ursprünglich von Editura GmbH & Co. KG (Digitale Bibliothek) digitalisiert, vom TextGrid-Verbund erworben und angereichert; als DLK-Ausgabe bearbeitet und kuratiert. Lizenz: Verbreitet unter der Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International Lizenz (CC BY-SA 4.0). Änderungen: Textkorrekturen, Anreicherung mit Metadaten und Textannotationen sowie Konvertierung durch Textopus.)

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Philipp von Zesen
(16191689)

* 08.10.1619 in Priorau, † 13.11.1689 in Hamburg

männlich, geb. von Zesen

deutscher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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