Das dritte Gespräch

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Christian Weise: Das dritte Gespräch (1701)

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Ich weiß wol/ daß ich neider habe
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Die mir nach meinem glücke stehn:
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Doch alles ist des Höchsten gabe/
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Daher entspringt mein wolergehn/
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Drum bleib' ich allzeit unbetrübt
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Und nehme was der himmel giebt.

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2. Ich sehe daß ich sicher bleibe/
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Ob gleich der neid sehr grimmig thut:
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Ich fühle nichts an meinem leibe/
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Das essen schmeckt mir gleich so gut/
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Jm schlaffe bin ich unverstört/
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Und habe stets was mir gehört.

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3. Hingegen wolt ich eh nicht leben
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Als an der neider stelle seyn/
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Weil sie nach meiner wohlfarth streben/
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So fressen sie viel kummer ein/
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Und kräncken sich mit ihrem sinn/
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Daß ich so frisch und munter bin.

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4. Ach wär ich nur in noth und schmertzen/
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In angst/ gefahr und traurigkeit/
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So kämen sie mit falschem hertzen/
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Mein Herr sein zustand ist mir leid/
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Und der ist nicht ein ehrlich mann/
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Der ihm nicht dienet/ wo er kan.

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5. Wolan/ weil auff die sonnen-blicke
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Ein schwartzes schatten-bild entsteht:
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Und also auch bey allem glücke
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Der blasse neid darneben geht:
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So gäb ich einen centner neid
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Nicht vor ein loth barmhertzigkeit.

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6.
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Gott wolle mir barmhertzig seyn/
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So will ich mitten in dem leiden
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Mich über mein gelücke freun.
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Gott und die tugend ist mein ziel/
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So hab ich was ich haben wil.

(Weise, Christian: Überflüßige Gedancken Der grünenden jugend. Leipzig, 1701.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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Christian Weise
(16421708)

* 30.04.1642 in Zittau, † 21.10.1708 in Zittau

männlich, geb. Weise

deutscher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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