Die vierdte Handlung

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Christian Weise: Die vierdte Handlung (1701)

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Wer sich wil entfernen
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Weit von aller noth und pein/
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Muß mein handwerck lernen
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Und mit mir ein häscher seyn.
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Dieses ist ein köstlich leben
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Voller herrlichkeit/
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Und die sich darein begeben/
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Hats noch nie gereut.

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2.
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Nun so giebt es auch dafür
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Wiederumb zu sauffen
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Manches liebes känngen bier.
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Und so lang es in der woche
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Was zu naschen setzt/
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Warten wir im häscher loche
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Selten auff die letzt.

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3.
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Sehn/ wo ihr geburts-brieff sey/
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Doch wir häscher wissen
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Nichts von dieser quackeley.
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Vierzehn väter/ keinen rechten/
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Geht bey uns schon an/
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Wer nur sonsten wacker fechten
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Und seyn handwerck kan.

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4.
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In die stadt zu marckte gehn/
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Warten wir und lauren/
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Ob sie auch den zoll verstehn:
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Alles ist in unsern händen/
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Ochsen/ kuh und kalb/
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Und da geht es an ein pfänden/
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Alles zweimahl halb.

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5.
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Auff dem dorffe fremdes bier/
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Und eh sie es dencken/
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Stellen wir uns an die thür/
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Und da schläppen wir die fässer
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In die stadt hienein/
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Weil sie unserm magen besser/
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Als den bauren seyn.

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6.
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Huren oder mägde-pack/
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Ziehn wir sie zu paaren
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Säuberlich in unsern sack/
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Und indem wir sie verhindern/
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Das kein ander kan/
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Dresseln wir den kleinen kindern
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Noch die ohren an.

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7.
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Seine grosse ritter-that/
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Sind wir stahl und eisen/
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Und gesegnen ihm daß bad/
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Und wo er sich noch erzürnen
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Und bravieren will/
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Würtzen wir ihm unsre birnen
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Mit den flegel-stiel.

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8.
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Sich/ nach ihrer guten lust/
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Auff was bessers legen/
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Mir ist gleichwohl diß bewust/
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Daß ein häscher vor neun zeugen
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Bey dem Richter gilt/
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Drum so weiß ich dem die feigen/
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Der uns schelmen schilt.

(Weise, Christian: Überflüßige Gedancken Der grünenden jugend. Leipzig, 1701.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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Christian Weise
(16421708)

* 30.04.1642 in Zittau, † 21.10.1708 in Zittau

männlich, geb. Weise

deutscher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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