XiI. Ein verliebter Abschied

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Christian Weise: XiI. Ein verliebter Abschied (1701)

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Meines hertzens königin!
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Soll ich jetzo von dir scheiden/
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Und die lieben örter meiden/
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Da ich vor gewesen bin?
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O/ du meines lebens leben!
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Ist denn dieß der strenge Schluß/
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Daß ich gute nacht sol geben?
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Ja mein liebstes kind! ich muß.

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2.
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Hier ist doch kein ewig bleiben/
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Und wir müßen uns verschreiben
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Ferner in die welt zu gehn/
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Unser leben und studieren
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Giebet uns den guten rath/
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Bester massen auszuführen/
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Was man angefangen hat.

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3. Drum so nimm die treue hand/
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Gib ihr noch zum letzten mahle/
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Hier bey diesem rosenthale/
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Ein gewisses freundschaffts-pfand/
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Drücke die betrübten glieder/
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Denn es ist doch nun geschehn/
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Und wer weiß/ wann ich dich wieder/
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Liebste seele! werde sehn.

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4. Dencke mein geliebtes kind!
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Und erwege meine sorgen/
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Wann der abend und der morgen/
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Meine seufftzer/ durch den wind/
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Wird zu deiner seele führen/
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So wird mein vergnügter geist
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Dein gedächtniß nicht verliehren/
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Biß der lebens-faden reist.

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5. Schönste! lebe dir und mir/
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Ach! ich habe deinem leben
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Alles wohlergehn ergeben/
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Drum gedencke für und für/
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Wilst du mir die freude gönnen!
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So erhalte deinen schein/
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Biß wir endlich wieder können
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Höchst-vergnügt beysammen seyn.

(Weise, Christian: Überflüßige Gedancken Der grünenden jugend. Leipzig, 1701.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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Christian Weise
(16421708)

* 30.04.1642 in Zittau, † 21.10.1708 in Zittau

männlich, geb. Weise

deutscher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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