Xi Das unempfindliche Hertze

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Christian Weise: Xi Das unempfindliche Hertze (1701)

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Ich wolte mich gerne verlieben/
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Fürwahr ich kan nur nicht/
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Der kützel ist lange vertrieben
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Der junge leute sticht/
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Ich seh die mädgen an/
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Als wie ein alter mann.

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2. Die pfeile der lieblichen blicke
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Sind viel zu stumpff vor mich/
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Die reden die niedlichen stricke/
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Ziehn ab und schämen sich/
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Weil ihre leise krafft
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So wenig nutzen schafft

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3. Die rosen der zierlichen wangen/
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Die lippen von rubin/
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Die geben sich selber gefangen/
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Je mehr sie sich bemühn/
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Je mehr ist ihre last
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Mir eitel und verhasst.

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4. Die reihen der artigen hände/
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Die alabaster haut/
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Da mancher verliebter kein ende
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Zu seiner wollust schaut/
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Die selben kommen mir
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Todt und verdorben für.

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5.
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Die wunder-schöne brust/
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Mag andern personen gefallen/
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Ich hasse diese lust/
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Und die gelegenheit
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Zu solcher eitelkeit.

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6. Sie mögen ihr angesicht weiden/
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Noch hundertmahl so schön/
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Sie mögen sich butzen und kleiden
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Und vor den spiegel stehn/
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Nun mehr so bleib ich schon
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Am liebsten weit darvon.

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7.
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Blickt mich nicht weiter an/
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Mein hertze sey zwischen uns richter/
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Daß ich nicht liebeu kan/
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Bemüht euch anderswo/
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Ich bleibe lieber so.

(Weise, Christian: Überflüßige Gedancken Der grünenden jugend. Leipzig, 1701.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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Christian Weise
(16421708)

* 30.04.1642 in Zittau, † 21.10.1708 in Zittau

männlich, geb. Weise

deutscher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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