X. Als Monsieur Läppisch ein Mädgen zu tode complimentiren wolte

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Christian Weise: X. Als Monsieur Läppisch ein Mädgen zu tode complimentiren wolte (1701)

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Es ist ja sonsten gifft genung/
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Wir dürffen keine feuer-schlangen
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Und irgeud dürre kröten fangen/
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So haben wir den rechten trunck/
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Auf allen nothfall thut es auch
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Ein kleines bißgen hutterauch.

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2. Was treibt dich dann vor noth darzu/
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Daß du den armen mädgen eben
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Mit deinen worten wilst vergeben?
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Ach halt das maul und schaff ihr ruh/
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Dann hat sie ja den todt ersehn/
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So könt es ohne dich geschehn.

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3.
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Sechs hundert tausend eitelkeiten/
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Die weder gicks noch gacks bedeuten/
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Aus seiner lahme zunge für/
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Da fippert er und radebrecht
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Die reden als ein schinder-knecht.

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4. Jhr leute nun gedenckt an mich/
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Wir haben morgen eine leiche/
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Der gümpel führt die stumpffen streiche
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Bald oben hin/ bald nnter sich/
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Darumb/ sol ungelücke seyn/
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So sticht er leicht zum hertzen nein.

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5. Es jammert mich das arme kind/
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Daß eben die beliebten sachen/
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Die andere mädgen lustig machen/
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Jhr an dem leben schädlichsind/
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Und daß ein wort/ das sonst verstäubt/
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Jhr an dem hertzen kleben bleibt.

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6. Sie kömmt in warheit nicht davon
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Dann wolte sie den leib purgieren/
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Und allen unflat von sich führen/
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Wo wäre die purgation?
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Ach nein/ sie stirbt in dieser qval/
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Wir sehn sie nun das letzte mahl.

(Weise, Christian: Überflüßige Gedancken Der grünenden jugend. Leipzig, 1701.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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Christian Weise
(16421708)

* 30.04.1642 in Zittau, † 21.10.1708 in Zittau

männlich, geb. Weise

deutscher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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