ViI. Die unglückseligen Küsse

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Christian Weise: ViI. Die unglückseligen Küsse (1701)

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Wann ich ein liebes kindgen/
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Das mir gewogen ist/
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Auf ihr corallen-mündgen
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Zur kurtzweil nur geküst/
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So hab ich stets in acht genommen/
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Daß mir ein unglück drauff gekommen.

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2. Ich armes mensche küßte
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Die schönste Rosilis/
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Als wann es niemand wüste;
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Doch dieses ist gewiß/
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Ich habe sie nach diesem küssen
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Nunmehr drey jahr vermeiden müssen.

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3. Wann ich mich noch besinne/
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Du schwartze Marilis/
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Als ich bey deinem kinne
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Ein kleines wündgen biß/
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So hat ich zwar den kuß erworben/
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Doch unsre freundschafft war verdorben.

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4. Du freundliche Cythere/
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Dein honig-süsser mund
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Ward mir zu grosser ehre/
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Vor mich einmahl vergunt/
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Jedoch der kuß hat mich gerochen/
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Ich habe dich nicht mehr gesprochen/

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5. Es ist mir unvergessen/
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Ich wolte nicht mit dir/
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Mein kind die nase messen/
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Doch wie ergieng es mir/
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Wie fieng der teuffel an zu zischen/
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Was schlug er nicht für noth darzwischen.

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6. Drum halte mirs zu gute/
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Daß ich nicht küssen kan/
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Dann mir ist flugs zu muthe
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Als würd ich ausgethan/
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Ich bin zu andrer lust erkohren/
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Zum küssen bin ich nicht gebohren.

(Weise, Christian: Überflüßige Gedancken Der grünenden jugend. Leipzig, 1701.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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Christian Weise
(16421708)

* 30.04.1642 in Zittau, † 21.10.1708 in Zittau

männlich, geb. Weise

deutscher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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