IiI. Als Coridon dem Florindo an das Knie kützelte/ in Meynung als hätte er die Marilis darbey

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Christian Weise: IiI. Als Coridon dem Florindo an das Knie kützelte/ in Meynung als hätte er die Marilis darbey (1701)

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Mein knie thut mir abscheulich weh/
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Es juckt mich wo ich geh und steh/
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Ich weiß nicht/ was ich dencke:
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Es krappelt stets und wo ich bin/
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Da fähret mirs bald oben hin/
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Bald sitzt mirs im gelencke.

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2. Denn eine junggesellen hand/
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Die hat mich gestern so verbrandt
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Mit ihrem complimenten/
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Sie griff mir dran/ und macht es doch
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So wunderschön/ als wann wir noch
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So wohl einander kennten.

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3. Es ist fürwar ein artger schwanck/
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Mein knie das must ohns henckers-danck
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Ein jungfer-knie bedeuten/
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Da kriegte mich der narr dabey/
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Und machte seine löffeley
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Gantz heimlich vor den leuten.

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4. Die worte waren schrecklich krum/
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Sie flogen in der stuben rum
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Wie lauter ungeziefer/
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Monsieur der hat ein hauß gebaut
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Von butter-milch und sauer kraut/
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Und deckt es nun mit schiefer.

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5. Er fand bey mir zwar guten platz/
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Doch dacht ich ja/ mein lieber schatz/
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Je seyd ihr nicht ein flegel?
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Fürwahr/ wo ihr euch nicht beqvemt/
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Und höfflich euren abschied nehmt/
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So hust ihr auf den schlegel:

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6. Er sah mir die gedancken an/
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Drum gieng er als ein nasser hahn/
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Und kratzte mit den füssen/
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Ich hab hingegen grosse müh/
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Und werde noch zu meinem knie
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Den zahn- artzt brauchen müssen.

(Weise, Christian: Überflüßige Gedancken Der grünenden jugend. Leipzig, 1701.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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Christian Weise
(16421708)

* 30.04.1642 in Zittau, † 21.10.1708 in Zittau

männlich, geb. Weise

deutscher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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