ViII. Er thut bey der Margaris busse

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Christian Weise: ViII. Er thut bey der Margaris busse (1701)

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Was macht ihr noch/ ihr allerliebsten kinder/
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Ach seht doch her/ da kömmt ein armer sünder/
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Der hat unlängst sich gar zu viel erkühnt/
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Und hat wohl gar den bittern tod verdient.

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2. Ach soll ich dran? es ist ja ewig schade/
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Es ist geschehn/ ich bitte um genade:
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Dann meine sünd ist mir von hertzen leid/
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Und hat mich mehr als tausend mahl gereut.

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3. Ach schauet doch auf mein bußfertig hertze/
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Und ob ich sonst gleich trefflich gerne schertze/
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So muß ich doch vor dieses mahl gestehn/
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Daß mir die wort aus meinem hertzen gehn.

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4. Ich bin betrübt/ und muß mich höchlich schämen/
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Und darff mir nicht die kühnheit selber nehmen/
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Daß ich bey euch die sünd abbitten kan/
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Drum nehmt die beicht allhier geschrieben an.

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5. Ich will fürwahr ins künfftig frömmer werden/
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Ich will nicht mehr in reden und geberden/
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Wann ihr es seht/ ein solches unkraut seyn/
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Mein bart der setzt sich selbst zum bürgen ein.

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6. Vergesset nur die gar zu grossen sünden/
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Und lasst mich trost in der vergebung finden/
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Steckt sie in sack/ schickt sie ins wasser naus/
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Und last den zorn an mir nicht weiter auß.

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7. Also werd ich ein frommes büfgen bleiben/
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Und werde nicht mehr lose händel treiben;
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Je dennoch ist die sünde gar zu groß/
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So strafft mich bald/ und last mich künfftig loß.

(Weise, Christian: Überflüßige Gedancken Der grünenden jugend. Leipzig, 1701.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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Christian Weise
(16421708)

* 30.04.1642 in Zittau, † 21.10.1708 in Zittau

männlich, geb. Weise

deutscher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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