ViI. Als sich Lisilis nicht wolte küssen lassen

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Christian Weise: ViI. Als sich Lisilis nicht wolte küssen lassen (1701)

1
Du freundliche Lisilis soll ich dich küssen/
2
So zeug doch nicht das mündgen weg/
3
Ein küßgen ist leichtlich zu tode gebüssen/
4
Und macht ja keinen schwartzen fleck.
5
Ach halte mein lämgen ach halte gewiß/
6
Ich gebe dir einen empfindlichen biß/
7
Ach Lisilis.

8
2. Ach beuge dein leibgen nicht immer zurücke/
9
Sonst kan ich warlich nicht darzu/
10
Mein engel gib achtung indem ich dich drücke/
11
Daß ich dir nichts zu leide thu/
12
Ein küßgen verbleibet mein liebes-genieß/
13
Ich bitte zum schönsten/ vergönne mir diß/
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Ach Lisilis.

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3. Halt stille mein hertzgen/ was heissen die possen/
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Nun hältst du gar die hände vor/
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Die haben sich über die lippen geschlossen/
18
Doch gib das köpffgen nur empor/
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In warheit ich habe das kinne gewiß/
20
Drum halt ich dich feste/ verzeihe mir diß.
21
Ach Lisilis.

22
4. Was wilstu dich wehren/ was wilstu noch ringen/
23
Wo flog der tieffe seuffzer hin/
24
Mein lämgen/ ach lasse dich immer bezwingen/
25
Weil ich dir schon so nahe bin/
26
Ich habe gewonnen/ mein liebes-genieß
27
Bleibt meinen entzücketen lippen gewiß/
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Ach Lisilis.

29
5. Ach Lisilis hab ich dich endlich betrogen/
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Ich habe dich dreymal geküst/
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Und keinmal vor freuden zurücke gezogen/
32
Nun suche wo das fleckgen ist.
33
Ach halte mein lämgen/ ach halte gewiß/
34
Ich gebe noch einen empfindlichen biß/
35
Ach Lisilis.

(Weise, Christian: Überflüßige Gedancken Der grünenden jugend. Leipzig, 1701.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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Christian Weise
(16421708)

* 30.04.1642 in Zittau, † 21.10.1708 in Zittau

männlich, geb. Weise

deutscher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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