ViII. Das umgekehrte kartenspiel

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Christian Weise: ViII. Das umgekehrte kartenspiel (1701)

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Wann wir die eitlen Sachen
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Der süssen löffeley
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Und etwas kuntbar machen/
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So ist die fantasey/
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Wo man die warheit sagen will/
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Ein umgekehrtes kartenspiel.

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2. Ein spieler wirfft die blätter
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So eyfrig aus der faust/
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Das manchem das geschmetter
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Lang in den ohren saußt/
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Ein buhler giebt in stiller ruh
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Den höchsten trumpf verschwiegen zu.

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3. Ein spieler will gewinnen/
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Und wann es doppelt steht/
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So richtet sein beginnen
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Sich eintzig auffs labeth:
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Ein buhler nimmt sich schlecht in acht/
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Ja er verspielet mit bedacht.

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4. Ein spieler mischt die karten/
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Biß er das höchste blat
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Nach viel versuchten arten
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In seinen händen hat:
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Ein buhler wünscht in seiner pein
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Nur das geringste blat zu seyn.

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5. Ein spieler wird verdrossen
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Und meint es sey geschehn/
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Wann seine spielgenossen
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Jhm in die karte sehn:
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Ein buhler zeiget seiner zier
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Die blätter ungebeten für.

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6. Wiewol bey solchen händeln
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Geht der verlust noch hin/
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Man mag gleich all’s vertendeln
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So hat man doch gewinn.
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Denn der verspielt bleibt immer reich
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Und der gewinnt verspielt zugleich.

(Weise, Christian: Überflüßige Gedancken Der grünenden jugend. Leipzig, 1701.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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Christian Weise
(16421708)

* 30.04.1642 in Zittau, † 21.10.1708 in Zittau

männlich, geb. Weise

deutscher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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