XxXVI. Die gecreutzigte Liebe. Am Char-Freytage. Melod. Wohlan es geht nunmehr zum Ende

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Benjamin Schmolck: XxXVI. Die gecreutzigte Liebe. Am Char-Freytage. Melod. Wohlan es geht nunmehr zum Ende (1712)

1
1. (ben/
2
Mein bester Freund ist mir gestor-
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Ach sollt ich nicht im Leide gehn?
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Der mir den Himmel hat erworben/
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Den seh ich auff der Bahre stehn.
6
Der mir das Leben hat gebracht/
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Versinckt in schwartze Todes-Nacht

8
2.
9
Wie ist mir/ seh ich JEsum sterben?
10
Ach ja! ich seh es allzu klar/
11
Wie sich die blassen Lippen färben/
12
Sein Antlitz stellt die Sonne dar/
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Wenn sie zu Rüste gangen ist/
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Und allen ihren Glantz verschlüßt.

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3.
16
Die Augen sind nicht nur gebrochen/
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Weil schon das Hertze selbsten bricht.
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Kaum ist das letzte Wort gesprochen/
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Da man von seinem Tode spr
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Das Haupt/ das so viel Strahlen
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zeigt/
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Hat sich zur Erden schon geneigt.

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4. (fähret/
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O Schwerdt/ das meine Brust durch-
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O Todt/ der mich zum Todten macht.
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Mein Hertz ist mir gantz umbgekehret/
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Indem es seinen Freund betracht/
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Wie er den letzten Abschieds-Kuß
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Mit kalten Lippen geben muß.

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5. (len/
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Die Sonne selbst versteckt die Strah-
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Der Himmel kreucht in einen Sack.
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Das Echo rufft zu tausend mahlen:
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Das ist ein rechter Trauer-Tag.

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Der Felsen Ritz macht ein Geschrey/
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Daß GOttes Sohn gestorben sey.

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6.
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Ach sterbet in mir alle Kräffte/
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Weil JEsus stirbt/ ist meine Pflicht/
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Daß ich mich an sein Creutze heffte/
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Da mein Hertz an dem seinen bricht.
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Ach JEsu nihm mein Leben hin/
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Ich ruh nicht/ biß ich bey dir bin.

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7.
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Erblaste Lippen/ last euch küssen/
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Jhr trifft von lauter Honig noch.
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Laß dich/ geneigtes Haupt umschlüssẽ/
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Das mir nach lauter Balsam rvch.
49
Erlaube/ tieffer Seiten-Ritz/
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In dir mir einen Tauben-Sitz.

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8.
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Wo soll ich dich nun hin begraben/
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Daß ich kan immer bey dir seyn?
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Du follt zur Grufft mein hertze haben/
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Da leg ich dich/ mein Freund/ hinein.
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Dein Creutze soll das Grabmahl seyn.
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Die Schrifft darauff dein Blutt
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allein.

59
9.
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Und wenn ich meinen Lauff vollende/
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So geb ich meinen müden
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In deines treuen Vaters Hände/
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Wie mich dein Abschied bethen heist.
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Der trifft im Tode Leben an/
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Wer mit und in dir sterben kan.

(Schmolck, Benjamin: Der Lustige Sabbath. Jauer u. a., 1712.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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