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Schlürfe Liebe, geneuß des beweglichen Augenblicks
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Reichsten Traum, des Gemüthes vereitelten Wunsch ver-
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Und was Quälendes sonst in das Leben ein Dämon wob:
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Ja, hier lerne genießen, und dann, o Beglückter, stirb! —
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Im Halbzirkel umher, an dem lachenden Golf entlang,
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Unabsehlich benezt von dem laulichen Wogenschwall,
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Liegt von Schiffen und hohen Gebäuden ein weiter Kreis;
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Wo sich zwischen die Felsengeklüfte des Bacchus Laub
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Drängt, und stolz sich erhebt in die Winde der Palmen-
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Stattlich ziehn von den Hügeln herab sich die Wohnungen
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Nach dem Ufer, und platt, wie ein Garten, erscheint das
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Dort nun magst du die See von der Höh' und den Berg
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Der sein aschiges Haupt in den eigenen Dampf verbirgt,
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Dort auch Rosen und Reben erziehn und der Aloe
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Starken Wuchs, und genießen die Kühle des Morgen-
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Fünf Kastelle beschirmen und bändigen keck die Stadt:
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Dort Sanct Elmo, wie drohts von dem grünenden Berg
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Jenes andere, rings von Gewässer umplätschert, einst
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War's der Garten Lukulls, des entthronten Augustulus
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Schönes Inselasyl, in die Welle hinausgestreckt. —
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Wo du gehst, es ergießen in Strömen die Menschen sich:
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Willst zum Strande du folgen vielleicht und die Fischer
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Wie mit nerviger Kraft an das Ufer sie ziehn das Netz,
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Singend, fröhliches Muths, in beglückender Dürftigkeit?
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Und schon lauert der bettelnde Mönch an dem Ufersand,
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Heischt sein Theil von dem Fang, und die Milderen rei-
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Ihre Weiber indeß, in beständiger Plauderlust,
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Sitzen unter den Thüren, die Spindel zur Hand, umher.
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Sieh, da zeigt sich ein heiteres Paar, und es zieht im
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Castagnetten hervor und beginnt die bacchantische
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Tarantella, den üppigen Tanz, und es bildet sich
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Um die Beyden ein Kreis von Beschauenden flugs um-
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Mädchen kommen sogleich und erregen das Tamburin,
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Dem einfacheren Ohr der Zufriedenen ist's Musik:
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Zierlich wendet die Schöne sich nun, und der blühende
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Jüngling auch. Wie er springt! Wie er leicht und be-
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Stampfend, Feuer im Blick! Und er wirft ihr die Rose zu.
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Anmuth aber verläßt den Begehrenden nie, sie zähmt
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Sein wollüstiges Auge mit reizender Allgewalt:
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Wohl dem Volke, dem glücklichen, dem die Natur verliehn
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Angeborenes Maß, dem entfesselten Norden fremd! —
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Durch's Gewühle mit Müh', ein Ermattender, drängst
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And're Gassen hindurch; der Verkäufer und Käufer Lärm
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Ringsum. Horch, wie sie preisen die Waare mit lautem
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Käuflich Alles, die Sache, der Mensch, und die Seele
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Aus Carossen und sonstigem Pferdegespann, wie schrey'n
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Wagenlenker um dich, und der dürftige Knabe, der
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Auf die Kutsche sogleich, dir ein Diener zu seyn, sich stellt.
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Sieh, hier zügelt das Cabriolett ein beleibter Mönch,
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Und sein Eselchen geisselt ein anderer wohlgemuth.
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Kuppler lispeln indeß, und es winselt ein Bettler dir
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Manches Ave, verschämt das Gesicht mit dem Tuch be-
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Dort steht müssiges Volk um den hölzernen Pulcinell,
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Der vom Marionettengebälke possirlich glozt;
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Hier Wahrsager mit ihren gesprenkelten Schlangen; dort
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Magst du löschen den Durst an der Bude des Acquajuols,
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Der Eiswasser vermengt und der herben Limone Saft.
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Alles tummelt im Freyen sich hier: der geschäftige
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Garkoch siedet, er fürchtet den seltenen Regen nicht;
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Ihn umgibt ein Matrosengeschwader, die heiße Kost
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Schlingend gieriges Muths. An die Ecke der Straße dort
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Sezt ihr Tischchen mit Kupfermoneten die Wechslerin,
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Hier den Stuhl der gewandte Barbier, und er schabt,
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Erst entgegen dem sonnigen Strahl er ein Tuch gespannt.
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Dort im Schatten die Tische des fertigen Schreibervolks,
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Stets bereit zu Bericht und Supliken und Liebesbrief,
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Ob ein Knabe diktire der fernen Ersehnten sein
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Seufzen, oder ein leidendes Weib den verwiesenen
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Gatten tröste, verbannt nach entlegener Insel, ihn,
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Der sein freyes Gemüth in dem untersten Kerker quält
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Hoffnungslos, und den Lohn, der erhabenen Tugend Lohn,
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Erndtet. — Aber entferne die schattende Wolke, Schmerz! —
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Auch zum Molo bewegt sich die Menge, wo hingestreckt
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Sonnt die nackenden Glieder der bräunliche Lazzaron.
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Capri siehst du von fern in dem ruhigen Wellenspiel;
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Schiffe kommen und gehn, es erklettern den höchsten Mast
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Flugs Matrosen, es ladet die Barke dich ein zur Fahrt.
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Den Erzähler indessen umwimmelt es, Jung und Alt,
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Stehend, sitzend, zur Erde gelagert und über's Knie
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Beyde Hände gefaltet, in horchender Wißbegier:
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Roland singt er, er singt das gefabelte Schwert Rinalds;
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Oft durch Glossen erklärt er die schwierigen Stanzen, oft
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Unterbrechen die Hörer mit muthigem Ruf den Mann.
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Aufersteh' o Homer! Wenn im Norden vielleicht man dich
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Kalt wegwiese von Thüre zu Thür', o so fändst du hier
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Ein halbgriechisches Volk und ein griechisches Firmament! —
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Mancher Dichter vielleicht, in der Oede des Nords erzeugt,
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Schleicht hier unter dem Himmel des Glücks, und dem
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Stimmt er süßen Gesang und gediegenen Redeton,
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Den es heute vermag zu genießen und morgen noch,
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Der zunimmt an Geschmack mit den Jahren, wie deutscher
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Freyheit singt er und männliche Würde der feigen Zeit,
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Schmach dem Heuchler und Fluch dem Bedrücker, und
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Knechtschaft prediget, welche des Menschengeschlechts Ver-
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Ach, nicht wähnt er den Neid zu besiegen und weilt ent-
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Taub den Feinden und hoffend, es werde die spät're Welt
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Spreu von Waizen zu scheiden verstehn. — Wie erhaben
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Schon die Sonne! Du ruhst in der Barke, wie süß gewiegt!
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Weit im Zirkel umher, an dem busigen Rand des Golfs,
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Zünden Lichter und Flämmchen sich an in Unzähligkeit,
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Und mit Fackeln befahren die Fischer das gold'ne Meer.
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O balsamische Nächte Neapels! Erläßlich scheint's,
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Wenn auf kurze Minuten das schwelgende Herz um euch
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Selbst Sanct Peter vergißt und das göttliche Pantheon,
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Monte Mario selbst, und o Villa Pamfili, dich,
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Deiner Brunnen und Lorbeerumschattungen kühlsten
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Doch der Morgen erscheint, und der Gipfel des Tags nach
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Traust du schon dem Gelispel der Welle dich an? Wohin?
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Führt ein Wind die Orangengerüche Sorrents heran?
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Ja, schon schimmert von fern an dem Strande, mit Tasso's
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Jene felsige Stadt, die berauschende, voll von Duft.