I. Die Fischer auf Capri

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August von Platen: I. Die Fischer auf Capri (1828)

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Schroffes Gestad als Pilger besucht, dann weißt du, wie
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Dorten ein Landungsplatz für nahende Schiffe zu spähn ist:
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Nur zwey Stellen erscheinen bequem. Manch mächtiges
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Mag der geräumige Haven empfahn, der gegen Neapels
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Lieblichen Golf hindeutet und gegen Salerns Meerbusen.
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Aber die andere Stelle (sie nennen den kleineren Strand
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Kehrt sich gegen das ödere Meer, in die wogende Wild-
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Wo kein Ufer du siehst, als das, auf welchem du selbst
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Nur ein geringeres Boot mag hier anlanden, es liegen
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Felsige Trümmer umher, und es braust die beständige
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Auf dem erhöhteren Felsen erscheint ein zerfallendes Vor-
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Mit Schießscharten versehn; sey's, daß hier immer ein
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Ragte, den offenen Strand vor Algiers Flagge zu hüten,
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Die von dem Eiland oft Jungfrauen und Jünglinge weg-
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Sey's, daß gegen den Stolz Englands und erfahrene See-
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Erst in der jüngeren Zeit es erbaut der Napoleonide,
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Dem Parthenope sonst ausspannte die Pferde des Wagens,
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Ihn dann aber verjagte, verrieth, ja tödtete, da er
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An's treulose Gestad' durch schmeichelnde Briefe gelockt
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Steigst du herab in den sandigen Kies, so gewahrst du
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Niedrig und platt in die Wogen hinaus Trotz bieten der
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Dort anlehnt sich mit rundlichem Dach die bescheidene
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Dürftiger Fischer, es ist die entlegenste Hütte der Insel,
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Blos durch riesige Steine beschüzt vor stürmischem An-
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Der oft über den Sand wegspühlt und die Schwelle be-
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Kaum hegt, irgend umher, einfachere Menschen die
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Ja kaum hegt sie sie noch, es ernährt sie die schäumende
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Nicht die Gefilde der Insel bewohnt dies arme Geschlecht,
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Pflückt es des Oelbaums Frucht, nie schlummert es un-
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Nur die verwilderte Myrte noch blüht und der wuchernde
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Aus unwirthlichem Stein, nur wenige Blumen und
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Eher verwandt ist hier dem gewaltigen Schaumelemente
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Als der beackerten Scholle der Mensch und dem üppigen
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Gleiches Geschäft erbt stets von dem heutigen Tage der
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Immer das Netz auswerfen, es einziehn; wieder es
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Ueber dem sonnigen Kies, dann wieder es werfen und
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Hier hat frühe der Knabe versucht in der Welle zu plät-
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Frühe das Steuer zu drehen gelernt und die Ruder zu
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Hat als Kind muthwillig gestreichelt den rollenden Del-
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Der, durch Töne gelockt, an die Barke heran sich wälzte.
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Mög' euch Segen verleihn ein Gott, und jeglichem Tag-
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Friedliche Menschen, so nah der Natur und dem Spiegel
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Möge, da größeren Wunsch auch nie die Begierde ge-
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Möge der Thunfisch oft, euch Beute zu seyn, und der
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Hier anschwimmen! Es liebt sie der Esser im reichen

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Glückliche Fischer! wie auch Kriegsstürme verwandelt den
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Freye zu Sclaven gemacht und Reiche zu Dürftigen, ihr
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Saht hier Spanier, saht hier Britten und Gallier herr-
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Ruhig und fern dem Getöse der Welt, an den Gränzen
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Zwischen dem schroffen Geklüft und des Meers aufschwel-
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Lebet! Es lebten wie ihr des Geschlechts urälteste Vä-
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Seit dies Eiland einst von dem Sitz der Sirene sich
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Oder die Tochter Augusts hier süße Verbrechen beweinte.

(Platen, August von: Gedichte. Stuttgart, 1828.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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August von Platen-Hallermünde
(17961835)

* 24.10.1796 in Ansbach, † 05.12.1835 in Syrakus

männlich, geb. von Platen-Hallermund

| Cholera

deutscher Dichter

(Aus: Wikidata.org)

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