XlIX

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August von Platen: XlIX (1828)

1
Denn falscher ist sie, als es Worte malen:
2
Sie sammelt grausam unsern Schmerz in Schalen,
3
Und reicht zum Trunk sie, wenn wir halb verschmachtet.

4
Mir, den als Werkzeug immer sie betrachtet,
5
Mir preßt Gesang sie aus mit tausend Qualen,
6
Läßt ihn vielleicht durch ferne Zeiten stralen,
7
Ich aber werd' als Opferthier geschlachtet.

8
O ihr, die ihr beneidetet mein Leben,
9
Und meinen glücklichen Beruf erhobet,
10
Wie könnt in Irrthum ihr so lange schweben?

11
Hätt' ich nicht jedes Gift der Welt erprobet,
12
Nie hätt' ich ganz dem Himmel mich ergeben,
13
Und nie vollendet was ihr liebt und lobet.

(Platen, August von: Gedichte. Stuttgart, 1828.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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August von Platen-Hallermünde
(17961835)

* 24.10.1796 in Ansbach, † 05.12.1835 in Syrakus

männlich, geb. von Platen-Hallermund

| Cholera

deutscher Dichter

(Aus: Wikidata.org)

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