Epistel

Bitte prüfe den Text zunächst selbst auf Auffälligkeiten und nutze erst dann die Funktionen!

Wähle rechts unter „Einstellungen“ aus, welcher Aspekt untersucht werden soll. Unter dem Text findest du eine Erklärung zu dem ausgewählten Aspekt. Nicht jede Anmerkung ist für die Analyse gehaltvoll.

August von Platen: Epistel (1828)

1
Freund, du, welchen der Kunst glühende Liebe be-
2
Wirst mit dem Tadel mich nicht unwürdiger Musse
3
Die ich im stillen Bezirk dieser Gefilde gesucht.
4
Wie mir aber allein hingehn die geflügelten Tage
5
Fragst du, während ich fern lebe der städtischen Welt?

6
Häufig bewund'r ich rings, ausruhend am Hügel, die
7
Wo den beweglichen Schirm Buche mir, Esche mir beut;
8
Süße, doch seltene Thränen, wie liebende Jünglinge
9
Seh' ich, des Thals Frühthau, hangen am Rosenge-
10
Wenn ich zurück von dem Wallfahrtsort, von der bunten
11
Kehre, dem heitersten Sitz, während die Sonne sich
12
Zweyfach lächelt mich dann dies gartenumzingelte Dorf an,
13
Bald am Wiesengestad, bald im geglätteten See;
14
Oft auch freu' ich mich dann in dem Kahne des trau-
15
Wenn auf flachem Krystall Zirkel an Zirkel sich reiht,
16
Oefter des seltenen Flors großblumiger Alpengewächse,
17
Wenn ich bewaldeter Höh'n ruhige Gipfel erstieg.

18
Doch wer ist's, der sich zu dem einsam wallenden Jüng-
19
Als willkommener Freund, bildend und liebend gesellt?
20
Flaccus, apulischer Sänger, du bist's! Frohsinnige Weisheit
21
Lehren, und glücklichen Muth, deine Gesänge das
22
Mäßig im Lauf der vergänglichen Zeit zu genießen ge-
23
Neben die Bilder des Tods stellst du der Freude
24
Führst mich nach dem beglückten Tarent, in's ländliche
25
Wo du die Wunder von Rom, ohne zu seufzen
26
Oder ich lerne von dir, zum kühlen Präneste dir folgend,
27
Wie man sinnigen Geists lese den Vater Homer.
28
Wahres verkündetest du, denn selbst in die Wälder des
29
Drang des latinischen Lieds blühende Stimme hin-
30
Deines Augusts Altäre zerbröckelten, deine Gesänge
31
Nicht, um's römische Haupt fliegen dir Vögel des
32
Strebt auch Mancher, wie du, stets hofft er die Krone
33
Und es bewahrt kein Baum köstliche Zweige für ihn.
34
Einst wohl trauert er noch um der Jahre verschwendetes
35
Leicht zwar ist der Besitz, doch das Erringen, wie
36
So um den blendenden Nacken der Fürstin bilden die
37
Zierliche Ketten, sie trägt stolz ihr Geschmeide zur
38
Aber bedenkt sie, wie oft in zerbrechlicher Glocke der
39
Um den entbehrlichen Schmuck fuhr in die Tiefe

(Platen, August von: Gedichte. Stuttgart, 1828.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

Dieser Text könnte aus folgender Literaturepoche stammen:

Einstellungen

    Text teilen & herunterladen

    PDF-Export

    Arbeitsblatt zur Interpretation herunterladen

  • Äußere Form

  • Sprachlich-inhaltliche Analyse

  • Voller Zugriff auf Textopus

    • Interaktive Analyse von über 65.000 Gedichten und über 700 Dramen

    • Zugriff auf mehr als 400 Rezitationen und hilfreiche Epochenübersichten

    • Mit Aufdeckfunktion zum Selbstlernen von Stilmitteln, Kadenzen, Metrum u. v. m.

    Textopus App

    Textopus-App

    € 4,99/Jahr
    In-App-Kauf
    Apple App StoreGoogle Play Store
    Klett Digitale Unterrichtsassistenten

    Für Lehrkräfte

    Kostenlos in ausgewählten Digitalen Unterrichtsassistenten der Deutsch-Lehrwerke des Ernst Klett Verlags
    Deutsch kompetent

August von Platen-Hallermünde
(17961835)

* 24.10.1796 in Ansbach, † 05.12.1835 in Syrakus

männlich, geb. von Platen-Hallermund

| Cholera

deutscher Dichter

(Aus: Wikidata.org)

Textopus kann Fehler machen. Überprüfe die Informationen. Teils KI-gestützt. Siehe Hinweise zur möglichen Fehleranfälligkeit.