XxXVI

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August von Platen: XxXVI (1828)

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Ein krausgelocktes Haar,
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Und eines Feuerauges dunkler Blitz,
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Und ach, zum Lächeln stets bereit,
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Der Rede holder Sitz,
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Ein süßer Mund voll schöner Sinnlichkeit!
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Da wähnt' ich noch, als wäre der Besitz
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Das einz'ge Gut auf diesem Lebensgang,
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Und nach ihm rang
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Mein junger Sinn und mein bethörter Witz.

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Da sah ich bald im Wandel der Gestalt
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Vor mir die Jugend alt,
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Und jede schön geschwung'ne Form verschwand;
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Und ach, wonach ich griff in Hast,
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Entfloh dem Unverstand,
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Und nie Besess'nes wurde mir zur Last:
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Bis ich zulezt, nicht ohne Schmerz, empfand,
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Daß alles Schöne, was der Welt gehört,
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Sich selbst zerstört,
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Und nicht erträgt die rohe Menschenhand.

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So ward ich ruhiger und kalt zulezt,
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Und gerne möcht' ich jezt
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Die Welt, wie außer ihr, von ferne schau'n:
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Erlitten hat das bange Herz
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Begier und Furcht und Grau'n,
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Erlitten hat es seinen Theil von Schmerz,
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Und in das Leben sezt es kein Vertrau'n;
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Ihm werde die gewaltige Natur
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Zum Mittel nur,
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Aus eigner Kraft sich eine Welt zu bau'n.

(Platen, August von: Gedichte. Stuttgart, 1828.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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August von Platen-Hallermünde
(17961835)

* 24.10.1796 in Ansbach, † 05.12.1835 in Syrakus

männlich, geb. von Platen-Hallermund

| Cholera

deutscher Dichter

(Aus: Wikidata.org)

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