XxXV

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August von Platen: XxXV (1828)

1
Der sommerlichen Sprudelquelle,
2
Und siehst entstehn und siehst vergehn den Schaum?
3
So ruhn wir Menschen auf des Lebens Schwelle,
4
Und was wir hoffen, was wir suchen stets,
5
Ein leichter Hauch gebiert's, ein leichter Hauch verweht's.

6
Es übt sich mehr und mehr das Herz,
7
Und stählt sich, daß von Tag zu Tage
8
Mit größerm Muth es immer neuen Schmerz,
9
Und immer neuen Kummer trage:
10
Erringen quält, Errung'nem droht Verlust,
11
Und ew'ge Sehnsucht hebt die bange Jünglingsbrust.

12
Drum preis' ich den, der nicht begehrt!
13
Was wäre hier im leichten Staube
14
Des Suchens oder Findens werth?
15
Nach höh'rem Ziel verweist der höh're Glaube;
16
Hier ist es nicht, wo jedes Ding verlezt,
17
Jenseits des Lebens ward dein Ziel hinausgesezt!

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Im Geiste strebe zu entfliehn
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Den Schranken dieser Menscheninnung,
20
Und laß am Busen dir vorüberziehn
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Die Stimmungen der wechselnden Gesinnung;
22
Dann trübt der Klarheit innern Spiegel nie,
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Durch Lieb' und Sorg' und Haß, die rege Phantasie.

24
Laß Andre denn mit ird'schem Blick
25
Nach ihren bunten Zwecken haschen,
26
Sobald Geschick sie oder Mißgeschick
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Im steten Wandel spielend überraschen:
28
Geschäftig sind sie, doch ihr Thun ist leer,
29
Und schnellzerstörend folgt das Schicksal hinterher.

(Platen, August von: Gedichte. Stuttgart, 1828.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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August von Platen-Hallermünde
(17961835)

* 24.10.1796 in Ansbach, † 05.12.1835 in Syrakus

männlich, geb. von Platen-Hallermund

| Cholera

deutscher Dichter

(Aus: Wikidata.org)

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