LvII. Aufden Sontag deß Himlischen Kö- niges/ oder XX. Sontag nach dem Fest der H. Dreyeinigkeit

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Andreas Gryphius: LvII. Aufden Sontag deß Himlischen Kö- niges/ oder XX. Sontag nach dem Fest der H. Dreyeinigkeit (1650)

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Mein Soelen Bräutigamm/ der du mich stets geliebt;
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Vnd schon vor ewigkeit zu deiner Braut erwählet/
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Vnd dich mit mir in fried vñ glauben fest vermählet;

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Ja da ich dich mit schand vnd Lastern hoch betrübt

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Vnd Sünden Hurerey ohn vnterlaß verübt/
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Mich durch dein reines Blut von schulden loß gezehlet
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Hilff! daß: ob gleich der
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Vnd Spott/ schmach/ angst vnd todt mir zu dem Brautschatz
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giebt:

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Ich vnverzagt doch steh. Hilff daß kein Schwerd noch
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Pein
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Mög' härtter als die glutt der keuschen Liebe seyn:
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Biß du mein höchster Trost mich wirst zur Hochzeit führen:

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Da werd ich schön geschmückt mich frewen für vnd für:
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Wenn diß was vnrem ist/ in
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In Hunger/ hohn vnd Durst ohn vnterlaß wird frieren.

(Gryphius, Andreas: Teutsche Reim-Gedichte. Frankfurt (Main), 1650.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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Andreas Gryphius
(16161664)

* 02.10.1616 in Głogów, † 16.07.1664 in Głogów

männlich, geb. Gryphius

natürliche Todesursache | Schlaganfall

Dichter des Barock

(Aus: Wikidata.org)

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