LiII. Auff den Sontag deß von dem Tod auf- erweckenden Lebens/ oder den XVI. Sontag nach dem Fest der H. Dreyeinigkeit. Luc. 7.

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Andreas Gryphius: LiII. Auff den Sontag deß von dem Tod auf- erweckenden Lebens/ oder den XVI. Sontag nach dem Fest der H. Dreyeinigkeit. Luc. 7. (1650)

1
Schaw mich hat lebend schon die letzte Noth verschlungẽ!
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O grosser Lebens Fürst! Mein Hertz ist öd vnd kalt!
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Die Erden stinckt mich an! mein Fleisch wird vnge-
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stalt
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In stettem weh’ vnd ach! ich habe längst gerungen

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Mit grimmer Todes angst! Wie stammelt meine Zungen.
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Wenn ich dich preisen wil! ob zwar mein Blut noch
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Start doch der schwache Leib/ ob in dem Ohr erschallt
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Wenn du dich hören läß’t doch bin ich gantz durch drungen

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Von dem was sterben heist. Selbst bin ich meine bahr/
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Auch selbst mein eigen Grab/ die matte Sinnen Schaar
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Laufft trawrig vmb mich her! Wilst du mich nicht erlösen?

13
O
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Vnd in die Statt der Lust von dieser grufft weg-gehn.
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Stets leben werd ich dir. Absterben stets dem bösen.

(Gryphius, Andreas: Teutsche Reim-Gedichte. Frankfurt (Main), 1650.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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Andreas Gryphius
(16161664)

* 02.10.1616 in Głogów, † 16.07.1664 in Głogów

männlich, geb. Gryphius

natürliche Todesursache | Schlaganfall

Dichter des Barock

(Aus: Wikidata.org)

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