XlV. Auff den Sontag deß Hertz erkennen- den Prophetens/ oder VIII. Sontag nach dem Fest der H. Dreyeinigkeit Matth. 7.

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Andreas Gryphius: XlV. Auff den Sontag deß Hertz erkennen- den Prophetens/ oder VIII. Sontag nach dem Fest der H. Dreyeinigkeit Matth. 7. (1650)

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Nicht grosser Blätter art: nicht weiter äste sprossen:
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Nicht hoher Stämme Macht/ nicht zartter Blüten
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licht.
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Ist was den Bawm bewehrt/ Mann suchet nur die Frücht
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Alß bald die reiffe zeit deß Sommers ist verflossen/

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Der Zweig verraucht von dem nie Jemand was genossen:
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So nutzen schöne Wort vnd kluge Reden nicht
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Wenn Gott den schlimmen Wolff nach seinen thaten richt
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Der Christum in den Mund/ nie in das Hertz verschlossen.

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Drumb prüfe Mensch die Werck/ schaw nicht die Klei-
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der an:
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Es ist kein Distelstrauch der Feigen bringen kan.
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Ob dessen blüt’ auch schon von fernen Rosen gleichet/

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Ob schon manch Mord Prophet/ Herr ohn auffhören
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schrey't
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Vnd wol den Teufel zwingt: kom’t doch die hartte zeit
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In welcher

(Gryphius, Andreas: Teutsche Reim-Gedichte. Frankfurt (Main), 1650.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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Andreas Gryphius
(16161664)

* 02.10.1616 in Głogów, † 16.07.1664 in Głogów

männlich, geb. Gryphius

natürliche Todesursache | Schlaganfall

Dichter des Barock

(Aus: Wikidata.org)

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