XxXV. Auff den Sontag der von der Welt gehasseten Warheit/ oder Exaudi, Johan. 15.

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Andreas Gryphius: XxXV. Auff den Sontag der von der Welt gehasseten Warheit/ oder Exaudi, Johan. 15. (1650)

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Hjer bilde dir nichts eyn/ alß Geisseln/ Strick vnd Band
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Alß Zangen/ Schwerd vnd Todt/ dafern du Christo trewe
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Wer
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Die warheit sagen wil/ kracht offt in lichtem brand:

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Dein Seeligmacher selbst trug nichts dann Haß vnd
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Schand
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Alß Schmach vnd Creutz zu lohn: Wen dunckts dann/ lieb-
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ster/ newe
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Daß offt der Christen Schar wie gar nicht nütze sprewe
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Wird vom verfolgungs Nord gestürmet auß dem Land.

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Was machts? als daß die Welt den Vatter nie erkennet:
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Vnd meynt jhr toller Zorn/ der so pocht/ würgt vnd breñet
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Sey diß was nur allein den höchsten GOTT ergetzt.

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Doch sey getrost/ der Geist/ der alle zeugen lehret
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Zeugt/ daß wer biß zum Pfal den HERREN
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Werd auß dem Creutz ins Reich/ auß hohn in Lohn ver-
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setzt.

(Gryphius, Andreas: Teutsche Reim-Gedichte. Frankfurt (Main), 1650.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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Andreas Gryphius
(16161664)

* 02.10.1616 in Głogów, † 16.07.1664 in Głogów

männlich, geb. Gryphius

natürliche Todesursache | Schlaganfall

Dichter des Barock

(Aus: Wikidata.org)

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