XxXIII. Auf den Sontag deß vor vns bitten- den Vorsprechers/ oder Vocem Jucundita- tis. Johan. 16.

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Andreas Gryphius: XxXIII. Auf den Sontag deß vor vns bitten- den Vorsprechers/ oder Vocem Jucundita- tis. Johan. 16. (1650)

1
Ich! der ich Asch vnd Kott/ mag ich mich vnterfangen
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Den Sünd vnd fluch beschwert/ zu knien HErr für
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dich?
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Mein eigen Hertz vnd Geist vnd schuld verklaget mich/
5
Der Teufel schrey’t mich an: Vmbsonst sey mein verlangen/

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Hast du dein Antlitz HErr/ mit dicker Nacht vmb-hangen?
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Hörst du die Sünder nicht? diß ist der Schlangen stich
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Der zu verzweifeln dringt. Mein Vatter schaw doch; Ich/
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Ich dein betrübtes Kind/ bin schier in angst vergangen.

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Doch
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Mein abgeängster Geist aus dieser toden grufft
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Schaw Vatter vmb sein Blutt auff dieses threnen-rinnen.

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Weil mich dein liebster Sohn inständig bitten heist
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vnd mir ohn vnterlaß selbst für dir beystand leist
15
Wird was ich heische/ mir/ dein Hertz nicht wegern können.

(Gryphius, Andreas: Teutsche Reim-Gedichte. Frankfurt (Main), 1650.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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Andreas Gryphius
(16161664)

* 02.10.1616 in Głogów, † 16.07.1664 in Głogów

männlich, geb. Gryphius

natürliche Todesursache | Schlaganfall

Dichter des Barock

(Aus: Wikidata.org)

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