Der Weiberfeind

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Ludwig Christoph Heinrich Hölty: Der Weiberfeind (1783)

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Kein Augenpaar,
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Aus welchem tausend Engel blicken,
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Kein blondes Haar!
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Kein Mund, um den das Lächeln schwebet,
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Und keine Brust,
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Von dünnem Silberflor umwebet,
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Füllt mich mit Lust!

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Ein Wuchs, den Venus selber neidet,
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Und eine Hand,
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Die Persien in Perlen kleidet,
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Ist Kindertand!
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Ich sollte mich darein vergaffen?
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Ei grossen Dank!
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Ich werde nicht, wie junge Laffen,
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Vor Liebe krank!

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Mir ward ein Herz von Eis beschieden,
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Ein Felsensinn!
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Drum wandl' ich auch in süssem Frieden
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Durchs Leben hin;
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Geh immer, in der Brust den Himmel,
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Geraden Pfad;
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Durchtaumle niemals das Gewimmel
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Der goldnen Stadt!

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Und trink' in meiner Weinblattlaube
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Den Göttersaft
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Der röthelnden Burgundertraube,
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Voll Geist und Kraft!
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Sollt' ich dafür in Gallaröcken,
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Vor Liebe krank,
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Der Fräulein gnädge Hände lecken?
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Ei grossen Dank!

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Sollt' ich den Rosenkelch verlassen?
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Die Nachtigall?
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Auf eines Mädchens Winke passen,
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Bei Spiel und Ball?
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Ich würde, kämen ganze Gruppen
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Von Mädchen, traun!
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Nicht aus der Laube gehn, die Puppen
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Nur anzuschaun!

(Hölty, Ludwig Christoph Heinrich: Gedichte. Hamburg, 1783.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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