Sechstine

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Martin Opitz: Sechstine (1630)

1
Wo ist mein auffenthalt/ mein trost vndt schönes liecht? Der trübe winter kömpt/ die nacht verkürtzt den tag: Ich irre gantz betrübt vmb diesen öden waldt: Doch were gleich ietzt lentz/ vndt tag ohn alle nacht/ Vndt hett' ich für den waldt die lust der gantzen welt/ Was ist welt tag vndt lentz/ wo nicht ist meine ziehr?

2
Ein schönes frisches quell giebt blumen jhre ziehr/ Dem starcken adler ist nichts liebers als das liecht/ Die süße nachtigal singt frölich auff den tag/ Die lerche sucher korn/ die ringeltaube waldt/ Der reiger einen teich/ die eule trübe nacht; Mein Lieb/ ich suche dich für allem auff der welt.

3
So lange bist du mir das liebste von der welt/ So lange Pales hegt der grünen weide ziehr/ HSo So lange Cucifer entdeckt das klare liecht/ So lange Tuans glantz bescheint den hellen tag/ So lange Bacchus liebt den wein/ vndt Pan den waldt/ So lange Cynthia vns leuchtet bey der nacht.

4
Die schnelle hindinn sucht den hirschen in der nacht/ Was schwimmt/ vndt geht/ vndt kreucht liebt durch die gantze welt/ Die grimme wölffinn schätzt den wolff für jhre ziehr/ Die sternen leihen vns zum lieben selbst jhr liecht; Ich aber gehe nun allhier schon manchen tag/ O Schwester/ ohne dich durch herge/ wildt vndt waldt.

5
Was ist wo du nicht bist? so viel der kühle waldt Ein sandtfeldt übettrifft/ der morgen für der nacht Vns angenemer ist/ der mahler dieser welt Der lentz für winterlufft/ so viel ist deine ziehr/ Die schönheit/ diese lust mir lieber/ o mein liecht/ Als das so weit vndt breit bestralt wirdt durch den tag.

6
Der trost erquickt mich doch es komme fast der tag Da ich nicht werde mehr bewohnen berg vndt waldt/ Da deine gegenwart/ vndt die gewündtschte nacht Der trew noch lohnen soll: in deßen wirdt die welt Vergeßen jhrer selbst/ eh' als ich deiner ziehr/ Mein höchster auffenthalt/ mein trost vndt schönes liecht.

7
Laß wachsen/ edler waldt/ mitt dir mein trewes liecht/ Die liebste von der welt; es schade deiner zieht/ O bawm/ kein heißer tag/ vndt keine kalte nacht.

(Opitz, Martin: Schäfferey Von der Nimfen Hercinie. Breslau, 1630.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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Martin Opitz
(15971639)

* 23.12.1597 in Bolesławiec, † 20.08.1639 in Danzig

männlich, geb. Opitz

natürliche Todesursache | Pest

deutscher Dichter des Barock

(Aus: Wikidata.org)

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