XxIII. Auf den Sontag/ deß Reichen Speise- meisters/ oder Lætare. Johan. 6.

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Andreas Gryphius: XxIII. Auf den Sontag/ deß Reichen Speise- meisters/ oder Lætare. Johan. 6. (1650)

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Ach wilt du dich noch mehr betrübtes Hertz/ betrüben?
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Geht dir dein Aschenbrod zu raw vnd bitter eyn?

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Vnd muß dein Tranck vermischt mit herben Threnen seyn?
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Der kan nieht/ der dich auch biß in den Todt kan lieben/

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(wen sonst nichts helffen mag) den milden Rath auffschiebẽ.
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Der Niemand hungern läst/ wird dir in hungers pein
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Bescheren was du wilt/ was erstlich nichts vnd klein
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Macht bald sein Segen groß/ wenn Er

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Vnd and’re speisen wil/ so muß verzug vnd noth
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Vorher gehn/ wenn Er sich/ das ware Himmelbrodt
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Dir gibt im Abendmal/ must du vor hunger spüreu.

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Wenn kein Prophet mehr lehrt/ wenn
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tand
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Von Mosis Kantzel hört; denn lehrt Er Statt vnd Land
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Vnd pflegt in sein Palast/ was hier verschmacht/ zu führen.

(Gryphius, Andreas: Teutsche Reim-Gedichte. Frankfurt (Main), 1650.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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Andreas Gryphius
(16161664)

* 02.10.1616 in Głogów, † 16.07.1664 in Głogów

männlich, geb. Gryphius

natürliche Todesursache | Schlaganfall

Dichter des Barock

(Aus: Wikidata.org)

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