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Der Menschen Torheit wird man offter-
mahls gewahr,
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Wenn man ihr Wünschen hört: denn
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Daß wir in Eitelkeit dasselbige verlangen,
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Woran der Seelen Trieb und inre Neigung han-
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Der eine wünschet sich den Abgott dieser Welt,
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Das blizende Metal, den güldnen Staub, nur
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Jhm deucht daß er beglükt wenn er sich an den Schä-
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Des klingenden Gespiels nur könte stets ergözen;
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Der andre sieht das Geld, als einen Drekklump
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Der keinen Mensch beglükt, vergnüget machen
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Er lacht den Geizhals aus, und denkt auf ein Ver-
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Ach! spricht sein sehnend Herz könt ich dasselbe krie-
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So wär ich recht beglükt; was wünschet die Be-
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Den Himmel auf der Welt, den zieht er allen
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Der Wunsch der christlich klingt, ist nicht so zu
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Er wünscht das Paradies der Türken nur zu se-
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Er liebt die faule Ruh, und eine Lagerstatt,
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Wo sein Geschmak nur das, was er verlanget
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Der andre wünschet sich noch ein viel anders Glük-
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Und was denn? Bei dem Brodt nur eitle Liebes
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Von der die ihm gefällt. Der dritte schnappt nach
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Nach einer eitlen Ehr, nach des Gemühtes
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Er glaubt das wär sein Ziel, könt er es nur erlan-
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So könt er in der Welt in hellen Glanze pran-
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Der vierte hat ein Gut darnach die Sehnsucht
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Er wünscht, dieweil sein Herz auch an der Erde
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Nach blinder Maulwurfs Art, nur stets herum zu
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Und auf den Erdenball mit leeren Nichts zu spie-
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Der blosse Grillen liebt, und sich daran behagt,
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Wenn er gleich einen Wurm, an alten Büchern
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Der wünschet nichtes mehr, als nur den Schaz zu
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Den jene graue Welt in ihren Schut vergraben.
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Dem Wissenschafft gefällt, der strebet nur allein,
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Daß er Besizer könn von allen Büchern seyn,
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Die jemahls ausgehekt; Er meint er sey genesen,
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Wenn er mehr Vorrath hat, als er wird können
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Der Menschen Wunsch also und sein begierger
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Der richtet sich auch stets nach solchen Ziele hin,
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Wohin die Neigung geht: und wenn man eitel denket;
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So wird die Neigung auch zum eitlen Zwek gelenket.
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Wer das erhalten hat, wornach er sich gesehnt,
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Der findet allemahl, wie sich sein Wunsch aus-
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Wer hundert Thaler nur vorhero haben wollen,
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Darin sich die Begier und Neigung stillen sollen,
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Der wünscht nunmehro zwei, er sezt sich das zum
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Und wenn er die erlangt, wünscht er noch eins so
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Und das geht immer fort; So ists mit andern Dingen,
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Wornach die Menschen stets, in heissen Wünschen
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So bald sie es erlangt; so ist bei dem Genus
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Auch jederzeit verknüpft der Sache Ueberdruß;
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Wer die Zufriedenheit in Wünschen will erjagen,
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Der wird sich wie im Traum mit falschen Bildern
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Was König Salomo mit klugen Wiz erkant,
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Daß diese Unterwelt der Eitelkeiten Land,
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Bestätigen die auch die nur in Wünschen träumen,
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Und bei der Einbildung das wahre Heil versäumen.