XxII. Auf den Sontag deß grossen Schlan- gentretters/ oder Oculi. Luc. 11.

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Andreas Gryphius: XxII. Auf den Sontag deß grossen Schlan- gentretters/ oder Oculi. Luc. 11. (1650)

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Der du dich von dem Thron der Ewigkeit begeben
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Ins Raube-Schloß der Welt/ die mehr denn feste
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Macht
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Mit der der Höllen Fürst/ der Printz der schwartzen Nacht
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Sein Rüsthauß hat verschrenckt/ auff ewig auff zuheben:

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Ach schaw’/ in was für Furcht/ in was für angst wir
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In dem der starcke Feind schier augenblicklich tracht
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Wie er durch grim̃ vnd List/ durch wollust/ Pein vñ Pracht/
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Was du dir selbst erwehlt/ jhm mache recht vnd eben.

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Treib aus du starcker Heldt/ treib den Verderber aus/
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Der mordet vnd verstrew’t. Zeuch in mein Seelen Hauß
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Vnd laß mich eins mit dir durch lieb vnd glauben bleiben/

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Gib daß ich deine Wortt vnd gnadenreiche Lehr/
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Die einig-seelig macht/ mit ernster Andacht hör/
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Vnd was ich höre/ mög in dieses Hertz einschreiben.

(Gryphius, Andreas: Teutsche Reim-Gedichte. Frankfurt (Main), 1650.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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Andreas Gryphius
(16161664)

* 02.10.1616 in Głogów, † 16.07.1664 in Głogów

männlich, geb. Gryphius

natürliche Todesursache | Schlaganfall

Dichter des Barock

(Aus: Wikidata.org)

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