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Das wundernswürdigste, das sich an Thie-
ren zeigt,
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Das über dem Begriff der weisen Men-
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Ist der verborgne Trieb, der in der Brust
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Der ihre Handelung zum weisen Zwek bestimmet.
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Man seh die Schwalben Flucht, der Wachteln Bei-
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Und auch den Krannichs Zug, woran man lesen
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Daß jede seine Zeit, wie uns die Schrifft gelehret,
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Jm Herbst und Frühling hat, da sie hin, wieder
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Wenn der bestimmte Tag, im rauhen Herbst erscheint,
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Sind diese Vögelein zu ihrer Flucht vereint.
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Sie sammlen sich zu Hauff und ziehn mit grossen
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Jm Fluge durch die Lufft, und über Erd und Meere,
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In andre Gegend hin. Sie ziehen schleunig fort,
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In andre Länder hin, an einem warmen Ort;
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Sie kommen bei dem Schein der warmen Frühlings
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Aus ihren Auffenthalt der Winterszeit zurükke.
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Zwar einge finden sich, die das in Zweiffel ziehn,
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Daß Schwalben ganz hinweg in fremde Gegend
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Sie meinen, daß sie sich in tieffen Grund verstek-
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Bis sie sich durch den Strahl der Sonnen aufer-
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Dem sey nun, wie ihm sey; gnug zu der Herbstes
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Sind sie wie Kraniche zu ihrer Flucht bereit;
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Sie werden durch den Reiz in der Natur bewogen,
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Sie sind uns dem Gesicht im trüben Herbst entflo-
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Bei Wachteln, Kranichen ists gänzlich ausgemacht,
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Daß wenn der Jahreskreis, die Herbstzeit herge-
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Sie nach dem warmen Strich, zu denen Südens
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Gleichsam, als Truppenweis mit schnellen Flügeln
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Der Führer fliegt vorher, durchstreicht die dünne
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Und zeigt den rechten Weg in fremde Länder an,
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Die andern folgen nach, in wollgeorndten Zügen,
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Da sie wie Linien, als leichte Heere fliegen.
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Ob ihnen gleich die Welt im Abris nicht bekannt;
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So finden sie doch stets, das ausgesuchte Land,
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Kein Compas leitet sie, wenn sie bei Sturm und
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Bei trüber Finsternis etwan von ihren Wegen,
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Von rechter Strasse irrn. Und dennoch können sie,
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Ohn eine Kümmernis, ohn eine saure Müh,
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In einer freien Lufft, in den geraden Gleisen,
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Wohin sie immer wolln, ohn eine Charte reisen.
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Ist das nicht wunderbahr, ists nicht betrachtens
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Wer hat das Federvolk, das ohn Vernunfft, be-
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Daß in dem Kreis der Welt, auch heisse Länder
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Allwo sie ohne Frost im Winter können leben?
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Wer hat die Zeit bestimmt, da sie von dannen gehn?
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Sie können nicht wie wir, in den Calender sehn:
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Und dennoch wissen sie der Zeiten Aenderungen
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Und auch die mit der Zeit verknüften Witterungen.
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Der Aufbruch der geschicht, nicht einzeln, allge-
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Nein, sie vergleichen sich, sie wählen einen Tag
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Da sie aus unsern Kreis, mit grosser Heeresscharen,
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Zu einer andern Welt, auf einmahl überfahren.
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Wer sagt den Aufbruch an, wer stellt die Ordre
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Jhr Zug wird anberamt, sie gehn mit starken Braus,
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Sie reisen durch die Lufft zum warmen Erdenkreise,
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Durchziehn die leichte Bahn, und wandern Trup-
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O! ewge Vorsehung! du lenkst sie nur allein,
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Dein weisestes Regiern, das muß ihr Leitstern seyn,
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Der eingepflanzte Trieb, der muß von dir entstehen,
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Du hast das auch bestimmt, wie, wenn es sol ge-
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Du hast zwar die Vernunfft, die weise Führerin,
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Die unsre Thaten lenkt, und einem klugen Sinn,
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Den Thieren nicht geschenkt; doch aber dahingegen,
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Mit solchen Trieb versehn, den wir mit Lust erwe-
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Es handelt nach dem Trieb, den du ihm einge-
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Und daher kommt es auch, das man so viel erblikt,
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Was weise, klug und wohl. Man sieht dein weises
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Die in dem Thierreich sind. Es fehlt dem Thier
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Wenn man sein Thun ansieht; so merkt man deine
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Die alles weislich lenkt, so daß ohn eignes Tichten,
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Sie alles wunderbahr zum guten Zwekke richten.
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Und weil der Handlung Grund nicht in denselben
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So lernen wir daran die Warheit:
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Ein grosser Zebaoth, der über alles wachet,
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Sich in der Kreatur vor Menschen herrlich machet.
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Wenn wir, was wunderbahr, an denen Vögeln
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Der Schöpfer zeiget uns, bei ihren weisen Werken,
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Daß unsre Schuldigkeit die Weisheit zu bemerken,
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Die sie geschikt gemacht. Wer sich nur dran ver-
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Wenn eine Schwalben Schaar, in schönster Ord-
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Und weiter nicht gedenkt, der sieht die Kreaturen,
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Und sieht dabei doch nicht des weisen Schöpfers
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Wer aber dabei recht was wunderbahr bedenkt,
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Das Auge des Gemüts auf ihren Schöpfer lenkt:
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Der fühlt ein doppeltes, ein inniges Vergnügen,
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Wenn sie zur trüben Zeit, aus unsrer Gegend flie-
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Wir merken daß ein Thier, ob es gleich nichts ver-
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Den Triebe der Natur ganz ordentlich nachgeht;
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Sein Thun das richtet sich nach der Natur Gese-
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Es kan aus innren Zwang dieselbe nicht verlezzen.
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Die Freiheit fehlet ihm, und kommt die rauhe Zeit,
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So ist der Kranich gleich zu seiner Flucht bereit;
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Er geht zur andren Welt, sich daselbst zu erhalten,
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Wenn in dem starren Frost die Lüffte hier erkal-
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Er hat in uns ein Licht des Geistes angefacht,
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Das heisset der Verstand, das Auge unsrer See-
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Der Wille muß darnach in rechter Freiheit wählen,
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Was uns als nüzlich scheint. Allein wir folgen
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Dem Urtheil allemahl, das der Verstand ausspricht,
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Versäumen oft die Zeit; wir wollen nicht entflie-
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Wenn trübe Wolken sich auf uns zusammen ziehen.
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Ein Kranich nimmt die Zeit zu seiner Flucht in Acht,
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Und wir, die wir doch sind nach
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Wir liegen leider so, als Sclaven in den Ketten,
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Und sind ganz unbesorgt uns aus der Noth zu ret-
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O! Menschen! lernet doch an diesen Vögelein,
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Man muß zur rechter Zeit, beim Glükkes Sonnen-
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Worauf offt Unglük folgt, mit Klugheit sich bemü-
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Den rauhen Ungemach der Zeiten zu entfliehen.
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Jm eitlen Kreis der Welt regiert der Unbestand,
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Das ist uns allen ja aus der Natur bekannt,
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Wir können auf der Welt nicht unaufhörlich le-
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Drum lasset uns mit Fleis nach ewgen Hütten stre-