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Die Fliegen, welche wir nur mit Verdrus
ansehn,
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Darauf wir keinen Blik, mit Achtsam-
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Als wie wir leider thun. Wir müssen sie betrachten,
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Zu ihres Schöpfers Ruhm. Auf! seht dies Thier-
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Das, ob es noch so klein, uns dennoch zeigen kan,
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Als herrlich, wunderbar, als würklich gros erschei-
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Seht durchs Vergrößrungs Glas, o! was vor
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Ein Schimmerreiches Gold strahlt an dem Kopf
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Die Augen die daran als halbe Monden stehen,
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Sind kunstreich angesezt, und werth sie zu besehen.
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Der Pünctgen kleine Meng, wie Linsen ausgesät,
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Sind zarte Spiegelchen, worin der Lichtstrahl geht,
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Man sieht der Augen Zahl mit innigen Vergnügen,
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In Reihen ordentlich als an einander liegen.
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Die Reihen sind zertheilt und wie ins Kreuz ge-
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Wie ein Gegitterwerk, das durcheinander geht,
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So viele Augen sind; so viele Spiegelflächen,
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Wird man zugleich gewahr, worin die Strahlen
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Von einem äusrem Licht, von einem äusren Schein:
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Und diese Einrichtung kan schon ein Zeuge seyn,
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Das eine weise Macht, die Fliegen hat gebildet,
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Mit einer grossen Meng von Augen übergüldet.
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Bei Thieren andrer Art, woran das Aug sich regt,
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Vermehret sich der Strahl, der in dasselbe schlägt:
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Allein bei Fliegen nicht, die keine Dinge sehen,
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Als die vor ihnen sind, gerade über stehen.
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Drum hat die Weisheit auch der Augen Zahl ver-
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Das sie von jeder Seit, was vorgeht, gleich er-
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Die Fliege ist ein Raub von vielen andern Thieren,
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Bei ihrer Augen Meng kan sie nun leichtlich spüren,
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Was hie, was da herfleugt. Die drohende Gefahr
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Von vorn und hinten zu, wird sie so gleich gewahr,
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Auch was von oben komt, und was zu beiden Sei-
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Merkt sie im Gegenschein, und kan dawider streiten.
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Wie künstlich ist das nicht vom Schöpfer ausge-
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Wie weislich ist nur nicht der Fliegen Kopf ge-
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Daran man noch bemerkt, daß diese vielen Augen,
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Die Bilder nicht verwirrn, die sie zu sehen taugen,
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Sie sehen einerlei mit vielen Augen an,
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Doch so daß dieser Schein sie nicht verwirren kan.
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Die Flügel zeigen uns ein Spiegelglat Gespinste,
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Sie sind ein Inbegriff voll wunderbahrer Künste,
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Mit Nerven durchgewirkt, und zotig an dem Rand,
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Ein flüchtiges Geweb; wenn sie die Seegel spannt,
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So flieget sie geschwind, von einem Ort zum an-
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So kann sie unvermerkt durch freie Lüffte wandern.
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Die Füsse ebenfals sind weislich ausersehn,
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Womit sie auf und ab, an glatten Flächen gehn,
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Gelenkigt eingericht; an dem Gelenk der Krallen,
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Ist ein gedoppelter, ein schwammigt sanffter Ballen.
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Die Füsse haben auch sehr spize Nägelein,
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Die auf der Rennebahn denselben nüzlich seyn.
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Die schlagen sie geschwind als Häkgen sich zu hal-
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Dies alles zeuget uns von einer Vorsicht Walten,
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Die auch ein nichtig Thier, zum Lauffen und zum
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Mit Gliedern, wie sie nüz, recht wunderbar ver-
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Die Füsse sind ganz rauch von den gewachsnen Haa-
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Womit sie ihr Gesicht, die Flügel auch bewahren.
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Der Füsse Haare sind, bei ihrer Steiffe weich,
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Und wenn man sie besieht, dem Kleider-Bürsten
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Die schütteln, sträuben sie, um damit abzukeh-
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Die Stäubgen welche sonst die Flügel leicht beschwe-
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Sie wischt damit gar offt der Augen Spiegel aus,
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Wenn etwa in der Lufft, bei einem Windebraus;
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Ein Staub sich drauf gesezt, auf daß sie nicht ver-
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Vielmehr zu ihren Nuz, in hellen Glanze funkeln.
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Sind auch daneben noch mit Rüsseln ausgeziert,
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Die wunderbahr gemacht, wenn wir sie nur erwegen,
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Wie sie die Theile dran, so schön zusammen legen.
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Am Rüssel ist zu sehn fast eine Messerspiz,
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Die einer Fliege sehr bei ihrer Speise nüz,
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Damit zerschneidet sie als wie mit einem Schwerdte,
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Die Speise die sie nimmt, der Krümgens dürre Härte.
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Wenn sie den Rüssel drauf, mit Macht zusammen
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So ist er Lippen gleich, zur Fassung sehr geschikt:
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Die Fliege saugt damit auch wie mit einer Röhre,
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Die flüßge Lufft in sich. Wie wird nun nicht die
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Des weisen Schöpfers auch durch dieses Thier ver-
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Wenn man mit Andacht drauf achtsam die Au-
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Jhr Menschen! lernet doch, daß nicht die kleinen
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Nach unsre Einbildung, verächtlich und geringe.
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Die Wunder der Natur die heslich, sind auch schön,
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Wenn wir sie nur mit Lust zu
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Die Fliege die man scheucht, die uns im Sommer
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Die unsre Haut zersticht, und sich an uns auch wa-
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Ist eine Kreatur, die nicht von selbst entsteht,
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Drum wird der Höchste auch, dadurch von uns er-
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Die Mannigfaltigkeit der vielen Kreaturen,
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Die zeiget uns ganz klar des Schöpfers weise Spu-
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Die Fliege lehret uns, daß
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So weise er gemacht ein starkes trabend Roß;
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So weise ist gewis die Fliege auch gebildet,
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Und was die Weisheit hat nach ihrer Kunst geschil-
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Ist warlich sehends werth. Darum verachtet nichts,
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Was ein Geschöpfe ist des Vaters alles Lichts,
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Und nüzen sie uns nicht, so können sie auf Erden,
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Den Thieren die uns nüz zur Speise nüzbar werden.
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Sein weiser Rath hat stets auf andere gedacht,
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Warum er dieses schafft, und jenes hat gemacht,
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Die Fliegen sind gemacht um andrer Vögel wil-
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Und diese wiederum, mit Lust uns zu erfüllen:
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So hänget in der Welt, zu
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Eins an das andere, und gleichsam Ketten weis,
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Wer dieses überlegt, wird nichts geringe schäzen,