XvII. Auff den Sontag des Himlischen Weingärttners/ oder Septuagesimæ. Matth. 20.

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Andreas Gryphius: XvII. Auff den Sontag des Himlischen Weingärttners/ oder Septuagesimæ. Matth. 20. (1650)

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Der Höchste rufft vns von dem Marckt der Welt/
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In den Weinberg den sein Sohn hat mit Schweiß vnd
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Blut genetzet/
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Den Er vnablößlich bawt/ der so werth vor jhm geschätzet
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Daß Er sich selbst darumb in Todt gestelt

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Doch wir sind die/ den müssig-gehn gefält
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Vnsers ersten Morgenslicht ward mit nichts-thun hingẽ-
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setzet:
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Jtzt nun vnß der Mittag druckt/ hat vns Hitz’ vnd last ver-
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letzet
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Vnd was noch mehr von fleissig-seyn abhält.

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Auff Menschen auff! gebt acht auff ewre sachen
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Die Nacht bricht an/ der Todt wil abend machen.
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Denckt wie werden wir bestehen/ wenn GOtt selbst wird
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Rechnung hegen?

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Er siht zwar den vnd mehr denn gnädig an/
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Der eine stund jhm fleissig dienen kan
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Doch Er heist auch von Jhm gehn/ die/ die seinen grim’erregẽ.

(Gryphius, Andreas: Teutsche Reim-Gedichte. Frankfurt (Main), 1650.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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Andreas Gryphius
(16161664)

* 02.10.1616 in Głogów, † 16.07.1664 in Głogów

männlich, geb. Gryphius

natürliche Todesursache | Schlaganfall

Dichter des Barock

(Aus: Wikidata.org)

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