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Nicht mehr Gespräche, wie sonst, da mit dem Menschen vertraulich
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Gott noch, oder ein englischer Gast, wie ein Freund mit dem Freunde,
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Umgang pflog, und bey ihm saß, und mit ihm gefällig
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Eine ländliche Mahlzeit hielt, wobey ihm vergönnt war,
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Diese Töne nunmehr verändern. Von Seiten des Menschen
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Zeigt sich schnöder Verrath, und Treubruch, Empörung und Mistraun;
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Und von Seiten des Himmels, der ihn verlassen, Entfernung,
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Zorn, und wohlverdienter Verweis, und das Urtheil des Todes,
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Jhren Schatten, den Tod, und das Elend, des Todes Begleiter.
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Ein zwar trauriges Werk, doch nicht minder, ja mehr noch heroisch
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Als der Zorn des harten
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Seinen fliehenden Feind um
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Wenn nur meinen Gesang durch wahren erhabenen Ausdruck
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Mich von selbst zu besuchen des Nachts; und die mir im Schlummer
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Meine Gedanken begeistert, und, ohne daß ich drauf sinne,
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Selbst den fließenden Vers in meiner Entzückung mir vorsagt,
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Seitdem, da mir zuerst zu einem heroischen Liede
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Und spät anhub; indem von Natur mein Geist nicht geneigt ist,
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Blutige Schlachten und Kriege zu singen, den einzigen Stoff nur,
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Den man bisher für heroisch erklärt; wenn etwan sich künstlich
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Mit verdrüßlichen langen Gefechten die Ritter der Fabel
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Jene höhere Stärke der edlern Geduld, und die Thaten
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Tapfrer Märtyrer nicht befang, und vorzog, Turniere
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Zu beschreiben, und Ritterspiel’, und Rüstungen, schimmernd
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Von geschlagenem Gold; und blasonnierete Schilde,
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Und von Golddrath gewirkte Schabracken und prächtige Ritter,
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Die mit Lanzen und Schwerdt in offener Rennbahn sich zeigten;
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Dann ein prächtiges Mahl im Rittersaale gehalten,
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Wo sie Marschall und Truchseß, und Seneschallen bedienten.
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Weder dem Manne, noch auch dem Gedicht, den Namen heroisch
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Mitzutheilen vermocht. Hierinnen wenig geübet,
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Ist mir ein höherer Stoff zurückegeblieben, der hinreicht,
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Durch sich selber dieß Lied zum Heldenliede zu heben;
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Oder die Last der Jahre die aufwärtsgerichteten Schwingen
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Niedergedrückt; sie könnten es wohl, käm’ alles von mir her,
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Und nicht von ihr, die des Nachts zu meinen Ohren es bringet.