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Welchen Dank, und welche Vergeltung kann ich dir erstatten,
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Großer göttlicher Lehrer so fremder erhabner Geschichte!
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Da du den Durst nach Wissenschaft mir so reichlich gestillt hast,
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Und so geneigt, wie ein Freund, zu mir dich heruntergelassen,
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Dinge mir zu erzählen, die ich sonst nimmer erfahren,
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Preis und Ehre dafür dem großen allmächtigen Schöpfer,
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Wie sichs gebührt. Doch bleibt mir indeß ein Zweifel zurücke,
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Den du allein mir benehmen kannst. Wenn voller Entzückung
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Ich den herrlichen Bau von Himmel und Erde
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Und dagegen die Erde beschau, wie ein Punkt nur, ein Sandkorn,
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Und ein Stäubchen, verglichen mit jenem stralenden Himmel,
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Und den unzähligen Sternen, die unbegreifliche Kreise
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Durchzulaufen scheinen, wie dieß aus ihrer Entfernung,
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Bloß, so scheint es, Tag und Nacht der dunkelen Erde
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Dienstbar zu leuchten; da sonst nach ihrem gewaltigen Umfang,
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Fast kein anderer Nutzen erscheint; wenn ich dieses erwäge:
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Wundert mich oft, wie die weise Natur, die alles so sparsam
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Und mit verschwendrischer Hand so viele größere Körper
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Bloß zu diesem Endzweck gemacht, so wie es uns vorkömmt,
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Und so schnelle Bewegung, die Tag und Nacht wiederhohlt wird,
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Jhrer Laufbahn bestimmt, indeß die ruhende Erde,
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Von viel edlern Gestirnen, als wie sie selbst ist, bedient wird;
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Ohne die mindste Bewegung ihr Ziel erreichet, und ruhig
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Jhren Tribut empfängt von Licht und von Wärme, der täglich
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Jhr mit einer Eile, mit einer Geschwindigkeit zuströmt,
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Selber der Phantasie die gehörigen Zahlen ermangeln.
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Also sagte der erste Vater. An seiner Gebärde
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Sah man, daß sich sein Geist in ernste verborgne Gedanken
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Still nachsinnend vertieste. Da
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Jhm im Gesicht saß, auf, mit majestätischer Demuth,
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Und mit solcher Schönheit geschmückt, daß, wer sie nur sahe,
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Bey sich den Wunsch that, daß sie zu bleiben würdigen möchte.
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Reizend wandelt sie fort zu ihren Früchten und Blumen,
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Vorgesproßt; freudiger lachten bey ihrer Ankunft die Blumen,
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Und entfalteten sich durch ihre Berührung geschwinder.
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Doch entfernte sie darum sich nicht, als ob sie an solchen
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Ernsten erhabnen Reden sich nicht zu ergötzen vermöchte,
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Sparte sie sich auf künftige Zeit, wenn sie es alleine
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Eines Engels Erzählung vor, und wollte viel lieber
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Und mit welchem gefälligen Scherz er, was ihr zu hoch schien,
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Jhr erklärte. Von seinen Lippen gefielen ihr Worte
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Nicht ganz allein. O! wenn kömmt itzt, voll Freundschaft und Liebe,
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So ein glücklich vereinigtes Paar, wie dieses, zusammen?
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Und nicht ohne Begleitung, fort; von einem Gefolge
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Siegender Grazien ward sie umringt, die voller Verehrung
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Jhr, wie ihrer Königinn, dienten; sie schossen rund um sie
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Pfeile von süßem Verlangen in aller Augen und Herzen,
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Huldreich und willig auf