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Wir haben hier, ihr Thronen, Potentaten,
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Herrschaften, Fürsten, Tugenden, und Kräfte,
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Wenn anders diese prächtgen Titel nicht
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Bloß Titel sind, da nun ein anderer
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Sich aller Macht anmaßt, und unter ihm,
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Und seinem Namen des Gesalbeten
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Wir übrigen nun ganz verdunkelt sind:
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Wir haben hier, so bey der Mitternacht,
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So eilig uns versammelt zu erwägen,
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Mit welchen Ehren wir den neuen Herrn
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Allhier begegnen wollen, der von uns
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Den Knietribut, den wir noch nicht bezahlt,
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Erwartet, und ihn hier empfangen will.
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Unbilliger, beschimpfender Tribut!
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Demüthgende Verehrung! schon zu viel,
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Sie Einem zu erzeigen! — aber nun
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Noch einem Zweyten, seinem Ebenbild
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Sie zu erzeigen, wer erträget das?
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Doch wie? wenn uns ein besserer Entschluß
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Zu größerm Edelmuth begeister
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Und dieses Joch uns abzuwerfen lehrte?
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Wollt ihr die Nacken beugen? wollt ihr knien,
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Demüthig vor ihm knien im Staube? — Nein!
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Jhr wollt es nicht, kenn ich euch anders recht,
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Und kennt ihr selbst euch recht! Jhr alle seyd
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Des Himmels Söhne, den niemand vor euch
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Besessen hat; und ob ihr alle zwar
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Nicht gleich erhaben, nicht gleich herrlich seyd;
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So seyd ihr doch deswegen frey — gleich frey!
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Denn mit der Freyheit können Ordnungen
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Und Gnade wohl bestehn. Wer kann denn nun
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Sich mit Vernunft, mit irgend einem Rechte
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Der Oberherrschaft über die anmaßen,
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Die durch das Recht zusammen gleich ihm sind,
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Und wenn an Macht und Herrlichkeit geringer
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In Freyheit gleich ihm sind? Und wer kann denn
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Gesetze geben, die nicht irren können?
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Und wer kann endlich denn zu unserm Herrn
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Sich aufzuwerfen wagen, und Anbethung
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Von uns, von Königen, von Göttern fordern?
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Die Titel schon bekräftigen, daß wir
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Geschaffen sind, zu herrschen, nicht zu dienen.
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O Gotteslästernde, verwegene
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Und stolze Reden! Wer im Himmel hat
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Sie je erwartet, und besonders sie
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Von dir erwartet, o du Undankbarer!
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Der du so sehr an Macht und Herrlichkeit
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Erhaben bist vor allen deines Gleichen.
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Darfst du dich unterstehn, des Höchsten Schluß,
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Den er vor allen Himmeln kund gethan,
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Und ihn beschworen, daß sich alle Knie
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Vor seinem einzgen Sohn im Himmel beugen
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Und ihn für ihren König, ihren Herrn
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Erkennen sollen — unterstehst du dich,
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Den zu verdammen? Ungerecht, sagst du,
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Ist dieser Rathschluß? ungerecht ist es,
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Daß über Gleiche jemand herrschen will,
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Und freye Geister durch Gesetze bindet?
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Daß einer über alle herrschen will
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Mit unumschränkter Macht? Willst du denn Gott
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Gesetze geben? Willst du über Freyheit
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Mit dem dich streiten, welcher dich erschuf,
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Dich, was du bist, erschuf, und alle Geister
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Des Himmels, wie es ihm gefiel, gemacht?
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Lehrt uns Erfahrung nicht, wie gnädig er,
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Und wie besorgt er ist für unser Wohl,
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Für unsre Würde? Ist er nicht geneigt,
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Anstatt ihn zu verringern, unsern Stand
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Noch glücklicher, noch herrlicher zu machen,
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Da wir durch unser Haupt noch mehr vereint,
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So seiner Allmacht Throne näher sind?
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Und herrschet denn ein Gleicher über Gleiche?
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Du selbst, so groß so herrlich du auch bist,
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Darfst du, und alle himmlische Naturen,
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Wenn sie vereinigt würden, mit dem Sohn
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Dem einzgen Sohn der Allmacht dich vergleichen,
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Durch den, als durch sein Wort, der Ewige
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Dich selbst erschuf, und alles Himmelsheer;
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Durch ihn sie schuf zu Thronen, Potentaten,
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Herrschaften, Fürsten, Tugenden, und Kräften
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Zu wesentlichen Kräften, deren Glanz
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Durch seine Herrschaft nicht verdunkelt wird,
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Nein herrlicher, glorreicher stralt, da er
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Als unser Haupt nunmehr zu uns gehört,
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Und alle Ehre, die man ihm erzeigt,
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Auf uns zurücke fällt? Halt darum ein
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Mit dieser tollen Wuth! verführe nicht
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Unschuldige mit dir! und such in Eil
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Den Zorn des Vaters, und des Sohnes Zorn
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Noch weil es Zeit ist, zu besänftigen.