XiV. Auf den Sontag deß schlummernden Helfers/ oder den IV. Nach dem Fest der Weisen. Matth. 8.

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Andreas Gryphius: XiV. Auf den Sontag deß schlummernden Helfers/ oder den IV. Nach dem Fest der Weisen. Matth. 8. (1650)

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Avff! Auff! wach auff HERR Christ/ schaw wie dis
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Winde toben!
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Wie Mast vnd Ruder knackt! ietzt sinckt dein Schiff zu
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grund
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Jtzt schaum’t die wilde flutt wo flack vnd Segel stund
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Vns fehlt an stärck vnd rath! bald kracht die Lufft von oben/

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Bald schluckt die täuff’ vns eyn! wird dich denn jemand lo-
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ben

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Der ins verderben fährt? Ist diß der feste bund/
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Der stets vns hoffen hies/ wenn gleich der weite schlund
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Der Höllen riß entzwey? wo hast du hin verschoben

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Was deine trew versprach? hilff ehr der Kahn sich trenn’t
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Hilff ehr das schwache Brett an jene Klippen renn’t
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Kan denn kein zetter schrey’n dich auß dem schlaff erwecken?

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Auff! auff! schilt Flutt vnd Meer; so bald du auf-wirst-
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stehn
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Wird Brausen/ Sturm vnd Wind in einem nun vergehn/
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Durch dein Wortt muß was vns mit nöthen schreckt, er-
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schrecken.

(Gryphius, Andreas: Teutsche Reim-Gedichte. Frankfurt (Main), 1650.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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Andreas Gryphius
(16161664)

* 02.10.1616 in Głogów, † 16.07.1664 in Głogów

männlich, geb. Gryphius

natürliche Todesursache | Schlaganfall

Dichter des Barock

(Aus: Wikidata.org)

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