XiII. Auf den Sontag deß auf dem Berge lehrenden Messias/ oder den III. Nach dem Fest der Weisen. Matth. 5.

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Andreas Gryphius: XiII. Auf den Sontag deß auf dem Berge lehrenden Messias/ oder den III. Nach dem Fest der Weisen. Matth. 5. (1650)

1
O Wol dem hohen Geist/ der auf dem Berg anhöret
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Diß was du selig schätz’st? wol dem der in dem Thal
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Dir seine Schmertzen klagt/ vnd seine Seelen qual
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Wenn Aussatz/ wenn sich Pest vnd Angst vñ Sünde mehret.

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Bald leb’t in Jhm durch dich/ was auff den tod versehret
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Ich bin so starck nicht mehr! vnd muß nach meinem fall
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Verschmachten fern von dir in diesem Thränen Sal/
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In dem die grimme Sucht den Cörper gantz zustöret.

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Doch
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Ich werde/ wenn du wilt/ der scharffen schmertzen loß
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Ich bin nicht werth daß du dich zu mir heim solt finden.

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Sprich Heyland/ nur ein wortt/ bald wird was itzt mich
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nagt/
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Was mein Gewissen kränckt/ was meine Seel anklagt
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Vnd aller Teuffel macht vnd stoltzer Trotz verschwinden.

(Gryphius, Andreas: Teutsche Reim-Gedichte. Frankfurt (Main), 1650.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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Andreas Gryphius
(16161664)

* 02.10.1616 in Głogów, † 16.07.1664 in Głogów

männlich, geb. Gryphius

natürliche Todesursache | Schlaganfall

Dichter des Barock

(Aus: Wikidata.org)

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