Ix. Auf den Sontag deß flüchtigen Messias/ oder nach der Beschneydung JESU. Matth. 2.

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Andreas Gryphius: Ix. Auf den Sontag deß flüchtigen Messias/ oder nach der Beschneydung JESU. Matth. 2. (1650)

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Jn dem das zarte Kind in sanfftem Schlaffe lieget/
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Vnd Joseph ohne sorg’/ in dem der Bluthund wacht/

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Vnd rasend/ doth voll furcht/ nach würge Schwerdten
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tracht/
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Ja schon durch sein befehl der Friedens-Fürst bekrieget;

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Schawt Gott/ der weise Gott der aller Sinn obsieget
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Auff dieses Feindes ranck von seinem Thron vnd lacht.
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Auch führt sein Engel ab. der bey noch stiller Nacht
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Den Joseph weichen heist eh’r als der Grim sich rüget.

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Stößt schon das wilde Volck/ der blinden Juden Land
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Den eignen König aus; muß dennoch Nilus strand/
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Vnd Pharos prächtigs Reich/ jhm zu gebotte stehen.

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Drumb zag ich nimmermehr/ vor meiner Feinde Macht/
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Wenn der/ so nimmer schläfft noch schlummert/ vor mich
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wacht
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Weiß ich/ wenn/ wie/ wohin/ vnd wem ich sol entgehen.

(Gryphius, Andreas: Teutsche Reim-Gedichte. Frankfurt (Main), 1650.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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Andreas Gryphius
(16161664)

* 02.10.1616 in Głogów, † 16.07.1664 in Głogów

männlich, geb. Gryphius

natürliche Todesursache | Schlaganfall

Dichter des Barock

(Aus: Wikidata.org)

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