ViII. Auff die Beschneidung deß HErrn. Luc. 2.

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Andreas Gryphius: ViII. Auff die Beschneidung deß HErrn. Luc. 2. (1650)

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O Blut! o reines Blut! das meine Blutschuld wendet!
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O Werthes Kind das mich zu Gottes Kinde mach’t
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O Glantz der Herrligkeit/ der die sehr lange Nacht
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Vnd alte Finsternüß auff diesen tag vollendet!

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O Schatz; den vns Gott selbst/ deß Reichthumbs abgrund
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sendet!
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O Namen/ der mir hat den Namen wieder-bracht
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Daß ich deß höchsten Bild/ vnd der mich seelig macht
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Vnd herrlich/ wenn mich Sünd vñ Todt vnd Teufel schändet.

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O Höchste Reinigkeit nimb alles von mir hin
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Damit von Sathan ich so sehr verstellet bin.
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Schneid weg/ womit mich wil die rohe welt anbinden.

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Schneid weg was jrrdisch heist/ Pracht/ Ehrgeitz/ Frewd
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vnd Lust/
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Neyd/ Zweifel/ Angst vnd Furcht/ wasch ab der Sünden
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wust
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Darmit ich möge rein/ das reine Wohnhauß finden.

(Gryphius, Andreas: Teutsche Reim-Gedichte. Frankfurt (Main), 1650.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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Andreas Gryphius
(16161664)

* 02.10.1616 in Głogów, † 16.07.1664 in Głogów

männlich, geb. Gryphius

natürliche Todesursache | Schlaganfall

Dichter des Barock

(Aus: Wikidata.org)

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