XlV. Einem Neydischen vnnamhafften Lästerer

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Andreas Gryphius: XlV. Einem Neydischen vnnamhafften Lästerer (1650)

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Schmeh' jm̃er weil du kanst/ halt nichts als dich/ für gutt/
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Vnd bleib nur/ wer du bist! Man wird nach dir nicht
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fragen/
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Von dem kein Mann erführ/ ob dich die welt getragen/
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Es kümmert sich vmb vieh kein hochgesinnter mutt.

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Ein vnerschrocken Hertz das jhm durch Fleiß vnd Blutt
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Die Ewigkeit vermählt/ das mächtig sich zu wagen
8
Wohin kein vnmensch denckt/ schätzt/ was vnß meynt zu nagẽ
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Auch nicht deß Anblicks werth! Neyd ist sein eigne Rutt.

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Der Hund bällt nur vmbsonst deß Mondens Fackel an/
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Ein rasend tolles Haupt/ das nichs denn wütten kan
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Pflegt/ wer vernunfft noch hat/ mitleidend anzuschawen/

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Ach! köntest du dich nur/ du vnmensch recht besehn
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Vnd was du thust verstehn/ vñ wehn du pflegst zu schmehn.
15
Dir würde vor dir selbst biß auff das brechen grawen.

(Gryphius, Andreas: Teutsche Reim-Gedichte. Frankfurt (Main), 1650.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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Andreas Gryphius
(16161664)

* 02.10.1616 in Głogów, † 16.07.1664 in Głogów

männlich, geb. Gryphius

natürliche Todesursache | Schlaganfall

Dichter des Barock

(Aus: Wikidata.org)

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