XxXVIII. An Valerium

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Andreas Gryphius: XxXVIII. An Valerium (1650)

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Vmbsonst/ Mein Freund vmbsonst! Ich kan dir nicht ge-
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wehren
3
Ein denckmal das von fall/ von strenger Tyranney
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Der Jahr/ vnd seiner grufft sich/ dich/ vnd mich befrey.
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Die zeit kan Ertz vnd Stein in kott vnd grauß verkehren.

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Was Menschen hand auffsetzt/ kan Menschen hand ver-
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heren/ /
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Vnd ob sie ruh: die noth/ See/ Erdfall/ schwerd vnd bley.
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Gesetzt auch daß ich nicht auff einmal sterblich sey?
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Rhumb ist ein blosser wahn/ den Todte nicht begehren.

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Meynst du/ daß dis Papir werd’ vnversehrt bestehn;
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Wenn nun der Erden Baw’ in flammen wird vergehn/
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Vnd sein beschwertes Grab in eigner Aschen werden?

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O selig wer die Träum/ vnd nichtig Lob verlacht/
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Wer jmmer newem Ruhm vnd ew’ger Ehr nach tracht!
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Die vns der Himmel schenckt/ nicht die vergänglich-Erden.

(Gryphius, Andreas: Teutsche Reim-Gedichte. Frankfurt (Main), 1650.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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Andreas Gryphius
(16161664)

* 02.10.1616 in Głogów, † 16.07.1664 in Głogów

männlich, geb. Gryphius

natürliche Todesursache | Schlaganfall

Dichter des Barock

(Aus: Wikidata.org)

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