XxVI. Domine! minor sum cunctis miserationibus Tuis!

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Andreas Gryphius: XxVI. Domine! minor sum cunctis miserationibus Tuis! (1650)

1
Laß alles trawren seyn/ Hör auff mein Hertz zu klagen.
2
Weil dir der höchste GOtt/ mehr als du je begehrt.
3
Mehr als zu wündschen stund mit reicher Hand gewehrt.
4
Jtzt lach ich aller Noth! jtzt bricht die Lust mein zagen!

5
Die Angst/ da schier das Fleisch durch über häuffte plagen.
6
Den müden Geist ausstieß/ die wehmutt ist verkehrt/
7
In frey vnd frölich seyn/ was jemal mich beschwehrt
8
Ist als ein trüber dunst vom winde weg getragen.

9
Wie soll ich höchster Herr! wie soll ich schwaches Kind/
10
Erzehlen deine werck/ die nicht zu zehlen sind/
11
Wer ist es doch/ den du der Gnade werth geschetzet/

12
Nicht dieser Thränen bach/ nicht dieser Seufftzen wind
13
Nicht mein Gebett verdient/ die wollust die ich find.
14
Du der du alles bist/ hast mich/ der nichts/ ergetzet.

(Gryphius, Andreas: Teutsche Reim-Gedichte. Frankfurt (Main), 1650.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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Andreas Gryphius
(16161664)

* 02.10.1616 in Głogów, † 16.07.1664 in Głogów

männlich, geb. Gryphius

natürliche Todesursache | Schlaganfall

Dichter des Barock

(Aus: Wikidata.org)

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