XxI. Auff H. Baums vnd Jungfr. Annæ Mariæ Gryphiæ Hochzeit

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Andreas Gryphius: XxI. Auff H. Baums vnd Jungfr. Annæ Mariæ Gryphiæ Hochzeit (1650)

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Jn dieser Krieges Erndt vnd vberheissen zeit
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In der man was man schawt/ vor Hitze schawt ver-
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schmachten/
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Seid Jhr G Jungfraw Brautt glückselig wol zu achten
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Weil euch der Liebe glutt/ selbst schatten hat bereit/

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Jhr sitzt bey ewrem Baum vnd trotzt das grimme leid
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Das vnser Vaterland eh’ alß wir noch gedachten
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Versenget vnd verbrand/ das. was die felder brachten/
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Was in den Gärten blüht/ mit Schwerdt vnd flammen
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may’t.

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Der Baum den jhr erkießt wird jederzeit euch decken:
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Euch wird kein trüber sturm/ kein vngewitter schrecken/
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Die Zweige werden stäts voll schöner blätter stehn/

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Die äste/ die ihr schon seht voll von blütten schweben/
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Die werden künfftig euch gewündsche Früchte geben/
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Diß Laub wird/ glaubt gewiß/ von keinem frost vergehn.

(Gryphius, Andreas: Teutsche Reim-Gedichte. Frankfurt (Main), 1650.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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Andreas Gryphius
(16161664)

* 02.10.1616 in Głogów, † 16.07.1664 in Głogów

männlich, geb. Gryphius

natürliche Todesursache | Schlaganfall

Dichter des Barock

(Aus: Wikidata.org)

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