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In solcher meiner Qual, in Ada ihrem Wüten,
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In Beroa Gefecht, die ihre Ehr zu hüten,
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That mehr als menschlich war, kommt da mein Bruder hin,
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Mit zwölfen seiner Freund, denck nur, wie froh ich bin.
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Beroa macht er loß, und Ada ihr Entsetzen
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War unsrer Freude gleich, sie wollt sich widersetzen,
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Mit ihrem Volck, das da von Joels Dienern war,
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Indeme Gera auch sich findet bey uns dar,
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Er und Melchisua, die hatten uns verlohren,
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Und folgten nach der Spur, da sie wie neu gebohren
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Uns funden beyderseits. Die Ada ward gebracht
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In Haft, wir aber beyd hingegen frey gemacht.
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Des Joels Knecht, die da verrathen ihren Herren,
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Setzt man gleich zu der Red, da was man wollt begehren,
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Uns ward von ihnen kund, auch sagte Ada an
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Was schier niemand von uns für Schreken glauben kan;
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Wie nemlich Joel hätt sie mit Gewalt geschändet,
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Als sie zu Bersaba, und ihr viel zugewendet
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Von Gütern, daß sie sollt ja halten reinen Mund,
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Wie Gera nun von ihr zu melden was begunt;
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Wiewohl mit Adriel er fälschlich sie betrogen,
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Hätt sie sich diese That schwer zu Gemüth gezogen,
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Doch wär von Joel ihr ein guter Muth gemacht,
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Nach dessen Rath und Schluß sie alles so vollbracht.
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Dem Adriel zur Plag und Joel zu Gefallen
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Hätt sie dieß falsch Gerücht von ihnen lassen schallen;
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Und weil sie Joel drauf aus ihrer Haft befreyt,
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Und heimlich sie hieher in dieses Haus begleit,
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Allda er ihrer meynt recht wieder zu geniessen,
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Hätt sie ihm ihren Schluß fürhero lassen wissen,
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Daß wann sie Beroa in solchen Spott gebracht,
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Als wie ihr Vater sie zu Schanden hätt gemacht,
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Wollt sie gantz williglich dann seines Willens leben,
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Daher man dieß gethan, was ihr möcht Ruhe geben.
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Hierauf der Gera sagt, er hätt sie einst geschaut
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In ihrer geilen Lust, und als er es getraut
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Dem Richter kund zu thun, der doch selbst Schuld gewesen,
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Hätt er den Adrtel zu dieser That erlesen,
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Und selber ihm bekannt, daß er es gar wohl wüst,
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Darauf er diese Klag auf sein Geheiß gemüst
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Anmelden öffentlich, das er nun wollt bereuen,
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Weil Joel ihn verführt. Wie ich mich that erfreuen,
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Daß Adriel ohn Schuld, ist zu erzehlen nicht.