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Indem diß David nun so alles überleget,
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Ersieht er wie die Heerd sich überall beweget,
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Und daß ein grauser Bär zu seinem Hertzeleyd
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Ein Lamm daraus erwischt mit grosser Hefftigkeit.
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Der David säumet nicht dem Unthier nachzueilen,
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Verfolgt ihn auf der Spur ohn ferneres Verweilen,
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Der starcke Gottes-Geist regieret seinen Muth,
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Daß er in heilgem Grimm was ungemeines thut.
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Er kommt dem Bären nah und dieser sieht den Knaben,
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Denckt, daß er diesen Raub zu jenem auch will haben,
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Verläßt daher das Lamm und geht auf David loß,
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Er bäumt sich vor ihm auf, macht Klau und Rachen groß,
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Er fasset David schon; der greifft ihm in den Rachen,
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Und hält ihn wie ein Lamm: der Starcke kan nichts machen,
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Den Würger würget er, mit grosser Stärck und Macht,
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Der jenen fällen will, wird selbsten umgebracht.
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Hier sah man Gottes Krafft, die Davids schwachen Händen
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Das ihm entführte Lamm wollt wiederum zuwenden;
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Und da dasselb aus Furcht für David selbsten läuft,
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Wodurch es die Gefahr unwissend doppelt häuft;
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Indem es in dem Wald hofft seinen Schutz zu haben,
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Begegnet ihm ein Löw allda in vollem Traben,
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Der es auch schier erwischt, wenn Davids sein Getön
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Der auf den Löwen drang, ihn nicht gemachet stehn.
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Der Löw in Zorn erhitzt, spitzt seine scharffe Klauen,
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Und springt auf David zu, der sonder einzigs Grauen
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Den stoltzen Feind erwart, und als ein tapfrer Held
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Jhn bey dem Bart erwischt, und drauf zu Boden fällt.
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Hie setzt er sich auf ihn, hält ihn mit solcher Stärcke,
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Daß man gestehen muß, diß wären Löwenwercke,
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Und ehe sich der Löw kan wieder heben auf,
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Hat ihm ein Messer schon gekürtzt den Lebenslauf.
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Der Held der Thiere liegt dem Helde hin zu Füssen,
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Besinget Davids Sieg, mit seinem Blutvergiessen
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So ward das Lamm gerett, das der getreue Hirt
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Zu der erschrocknen Heerd mit Freuden wieder führt.
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Es ward sein stilles Hertz durch dieses Wundersiegen
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Nicht frech, noch voller Stoltz, nein, er ließ ihm genügen,
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Daß er was er bewacht, vom Tode nun befreyt,
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Und sagte niemand nichts, bis zu bequemer Zeit.
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Er prieß indessen Gott, den Herrscher aller Herren,
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Der seinen Arm gestärckt, zu seines Namens Ehren,
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Und bat, daß dessen Gnad ihm gäbe Kraft und Stärck,
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Nach dieser Zeit zu thun des Allerhöchsten Werck.