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Er hütete nunmehr, in seinem Sinn zufrieden,
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Die schöne Wollenheerd, wozu er war beschieden,
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Nichts war ihm ungewohnt, der Hof, die Stadt, das Feld,
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Es galt ihm alles gleich, wozu man ihn erwehlt.
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Der vor dem König stuhnd, dient nunmehr seinen Schafen,
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Statt weicher Federbett will er in Hürden schlafen,
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Des Hofes hoher Schein hat ihn nicht so verblendt,
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Daß er nicht wie zuvor die Schäferfreude kennt.
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Er ist hie mehr vergnügt, er ist hie mehr sein eigen,
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Hie thut er was er will, hie darff er sich nicht neigen
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Für diesem oder dem, sein Wort das führt er frey,
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Und sorgt nicht ob es so noch so zu deuten sey.
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Hie hat er keinen Streit, er weiß von keinem Neiden,
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Er darff hie seinen Leib, wie ihm gefällt, bekleiden.
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Die Mahlzeit richt er zu, wo es ihm selbst beliebt,
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Bald unter einem Baum, allwo es Schatten giebt,
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Bald wenn die Sonne nicht die heissen Strahlen schiesset,
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Steht ihm ein grünes Thal, das da ein Bach umfliesset,
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Zu seinem Tisch bereit; er isset was er mag,
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Und trinckt nicht über Durst, folgt der Gesundheit nach.
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Er gehet zu der Ruh, wenn sich die Sonn verliehret,
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Und stehet wieder auf, wenn sie den Himmel zieret.
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Niemahls ist er allein, denn Gott der alles füllt,
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Hat ihn mit seinem Licht, und Gnaden-Geist umhüllt.
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Denselben lobet er in diesen grünen Auen
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Mit manchem Kunst-Gebäud. In Gott sich zu erbauen,
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Ist nur sein Fleiß gewandt. Er dencket stets dahin
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Wie er Gott dienen mög mit Andachtsvollem Sinn.
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So brachte David hin die Zeit bey seinen Heerden,
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Die ihm nicht lange konnt auf diese Weise werden,
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Als ihm an einem Tag, wie für der Sonnenschein
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Er kühlen Schatten sucht, diß eben fiele ein:
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Wie Gott der Wunder-Gott, den Sauel fallen lassen,
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Den er doch erst erwehlt den Scepter zu umfassen,
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Und seufzte bitterlich, daß der verworffen gar,
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Der da in Jsrael der erste König war.
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Ach! dacht er bey sich selbst, was hat doch Saul begangen,
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Daß er nicht wiederum Vergebung kan erlangen?
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Wohin ist Gottes Güt? es ist zwar Gott gerecht,
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Doch geht er ins Gericht nicht oft mit seinem Knecht.
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Wann alle Missethat der Höchste wollte straffen,
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So würd uns allen ja sein strenger Zorn hinraffen;
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Warum findt Saul allein denn jetzo keine Gnad?
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Ach, fuhr er weiter fort, es ist des Höchsten Rath,
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Dem muß man halten still; der Höchste kennt die Hertzen,
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Wer weiß ob Saul nicht will mit Buß und Reue schertzen,
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Vielleicht erkennt er nicht die Sünd die er gethan,
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Und will doch, daß ihn Gott soll wieder nehmen an.
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Hierauf schwieg David still und stellt ihm für die Augen
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Wie hoch und schwer es sey, für Gottes Geist zu taugen.
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Drum ward er sehr betrübt, wie er daran gedacht,
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Was unlängst Samuel bey ihnen hat gemacht,
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Wie der sein Haupt gesalbt, daß er solt König werden,
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Daß er ein grosses Volck, statt seiner schwachen Heerden,
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Einsmahls regieren sollt. Dis gab ihm keine Ruh;
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Sein Hertze fragt’ ihn stets: sag an, was machest du?
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Nicht, daß sein hoher Muth wolt zu regieren scheuen,
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Nein, weil des andern Fall ihn nicht vermag zu freuen.
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Er sorgt nur weil er sich dazu unwürdig fand,
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Es möcht sein Regiment nicht haben lang Bestand.
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Was bin ich mehr als Saul, sprach er, ich kan auch fehlen,
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Was soll mir dann die Kron, die würde mich nur quälen;
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Jedoch, hie hielt er inn, befahl es seinem Gott,
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Und dacht es muß geschehn des Höchsten sein Geboth;
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Desselben Wille war sein Will und macht ihn schweigen,
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Er will nicht grübeln mehr, er will Gehorsam zeigen
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Und folgen dem Beruff, in Demuth schlecht und recht,
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Er ist bereit zu seyn ein König oder Knecht.