ViII. An Eugenien

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Andreas Gryphius: ViII. An Eugenien (1650)

1
Wenn meine Seel in Euch/ mein Licht? wie kan ich leben?
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Nun das verhängnüß mich so ferne von euch reißt.
3
Wie kan ich frölich seyn/ wenn jhr mir Ewren geist
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Nicht für den meinen woll’t/ (den jhr gefangen) geben?

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Man siht mich hier/ doch nur alß ein Gespenste schweben.
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Alß ein verzaubert Bild/ das sich beweglich weißt
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Durch frembder künste macht/ diß was man sterben heißt
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Kan meine Schẽrtzen wol/ nicht meine flamm’ aufheben.

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Klagt euch das Hertze nicht das jhr in bande legt
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Wie scharff die Geissel sey die meine glieder schlägt/
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Doch nein es ist zu schwach/ sein Elend auß zusprechen.

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Es weiß nichts mehr von mir/ Es kennt euch nur allein/
13
Es frew’t sich seiner Angst/ vnd wündschet diese pein
14
Der Bande/ durch ein band/ das ewig sey/ zu brechen.

(Gryphius, Andreas: Teutsche Reim-Gedichte. Frankfurt (Main), 1650.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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Andreas Gryphius
(16161664)

* 02.10.1616 in Głogów, † 16.07.1664 in Głogów

männlich, geb. Gryphius

natürliche Todesursache | Schlaganfall

Dichter des Barock

(Aus: Wikidata.org)

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