IiI. Abend

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Andreas Gryphius: IiI. Abend (1650)

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Der schnelle Tag ist hin/ die Nacht schwingt jhre fahn/
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Vnd führt die Sternen auff. Der Menschen müde scha-
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ren
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Verlassen feld vnd werck/
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Trawrt jtzt die Einsamkeit. Wie ist die zeit verthan!

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Der port naht mehr vnd mehr sich/ zu der glieder Kahn.
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Gleich wie diß licht verfiel/ so wird in wenig Jahren
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Ich/ du/ vnd was man hat/ vnd was man siht/ hinfahren.
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Diß Leben kömmt mir vor alß eine renne bahn.

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Laß höchster Gott mich doch nicht auff dem Laufplatz gleiten/
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Laß mich nicht ach/ nicht pracht/ nicht lust/ nicht angst ver-
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leiten.
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Dein ewig heller glantz sey vor vnd neben mir/

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Laß /wenn der müde Leib entschläfft/ die Seele wachen
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Vnd wenn der letzte Tag wird mit mir abend machen/
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So reiß mich auß dem thal der

(Gryphius, Andreas: Teutsche Reim-Gedichte. Frankfurt (Main), 1650.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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Andreas Gryphius
(16161664)

* 02.10.1616 in Głogów, † 16.07.1664 in Głogów

männlich, geb. Gryphius

natürliche Todesursache | Schlaganfall

Dichter des Barock

(Aus: Wikidata.org)

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