L. Vber seines H. Brudern P. GRYPHII Grab

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Andreas Gryphius: L. Vber seines H. Brudern P. GRYPHII Grab (1650)

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Hjer ruht/ dem keine ruh' auff dieser welt bescheret:
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Hier ligt der keinmal fiel/ hier schläfft das hohe Haupt/
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Das für die Kirche wacht/ hier ist/ den GOTt geraubt/
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Der voll von GOTT/ doch nichts denn GOtt allein begeh-
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ret.

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Der
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wehret
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Durch Elendt/ Schwerdt/ vnd Pest/ der vnverzagt ge-
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glaubt:

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Dem Gott nach stätter angst/ hat stätte Lust erlaubt
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Nach dem jhn Seuch/ vnd Angst/ vnd Todt vmbsonst be-
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schweret.

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Dein Bischoff Crossen/ ach! den GOttes Geist entzündt.
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Dem an verstandt vnd Kunst man wenig gleiche findt.
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Vnd deß beredtsamkeit kaum einer wirdt erreichen.

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In dem die Tugend lebt/ durch den die Tugendt lehrt/
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Mit dem die
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Was sich mit keinem Schatz der Erden läst vergleichen.

(Gryphius, Andreas: Teutsche Reim-Gedichte. Frankfurt (Main), 1650.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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Andreas Gryphius
(16161664)

* 02.10.1616 in Głogów, † 16.07.1664 in Głogów

männlich, geb. Gryphius

natürliche Todesursache | Schlaganfall

Dichter des Barock

(Aus: Wikidata.org)

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